Keine unkontrollierte Überwachung

NSA nimmt Stellung zur Schnüffelei mit XKeyscore

Der US-Geheimdienst NSA hat den Bericht über einen weitreichenden Zugriff auf Internet-Daten mit Hilfe des Programms "XKeyscore" nur in Teilen zurückgewiesen.

Die NSA bestritt in einer Stellungnahme zwar, dass ihre Analysten damit praktisch uneingeschränkten Zugang zu Informationen hätten. Sie nahm jedoch keine Stellung zum Ausmaß der mit "XKeyscore" möglichen Überwachung. Der Zugriff auf "XKeyscore" und andere Werkzeuge sei nur für diejenigen freigegeben, die ihn für ihre Arbeit brauchten. Jede Suchanfrage eines NSA-Analysten sei nachprüfbar, um Missbrauch zu vermeiden.

Die britische Tageszeitung The Guardian hatte am Mittwoch eine NSA-Präsentation aus Beständen des Informanten Edward Snowden veröffentlicht. Geheimdienstmitarbeiter können dem Dokument von 2008 zufolge in den "enormen Datenbanken" der NSA nach Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Schlagworten suchen. Für die einzelnen Anfragen bräuchten sie keine gesonderte Zustimmung eines Richters oder eines anderen NSA-Mitarbeiters, schreibt der "Guardian". Die NSA könne auf "fast alles, das ein typischer Nutzer im Internet tut" zugreifen - E-Mails, Suchanfragen und Verbindungsdaten von Millionen Menschen. Der Einsatz des System habe bis 2008 zur Ergreifung von 300 Terroristen geführt, hieß es dort.

General Keith Alexander: Chef des US-Militärgeheimdienstes NSA.
General Keith Alexander: Chef des US-Militärgeheimdienstes NSA.
Foto: NSA

Diese Zahl wurde jetzt von der NSA in der Erklärung vom Mittwoch bestätigt. Zugleich hieß es: "Der Vorwurf eines breiten, unkontrollierten Zugangs von Analysten zu von der NSA gesammelten Daten ist einfach falsch."

Snowden, der als Angestellter einer anderen Firma bei der NSA im Einsatz war, hatte bereits Anfang Juni in seinem ersten Interview behauptet, er habe praktisch jeden Internetnutzer belauschen können. (dpa/cvi)