Neue Snowden-Enthüllung

NSA betreibt eigene Suchmaschine

Der amerikanische Geheimdienst NSA hat einem Bericht zufolge seine eigene, "Google-ähnliche" Suchmaschine gebaut.

Damit können Mitarbeiter mehrerer US-Geheimdienste und Ermittlungsbehörden die riesigen Datenbanken der NSA durchsuchen, berichtete die Webseite "The Intercept" in der Nacht zu Dienstag. Die Webseite, für die unter anderem der Enthüllugnsjournalist Glenn Greenwald schreibt, beruft sich auf Unterlagen von Edward Snowden. Demnach können Analysten mit Hilfe der Suchmaschine auf 850 Milliarden Datensätze zugreifen. Darunter seien Daten über E-Mail-Kommunikation, SMS, Chat-Nachrichten und Aufenthaltsorte, die von der NSA gesammelt werden.

Zentrale der NSA in Fort Meade
Zentrale der NSA in Fort Meade
Foto: Wikipedia

Die vom früheren NSA-Chef Keith Alexander vorangetriebene Suchmaschine namens "ICReach" bietet dem Anwender ähnlich wie Google einen einfachen Suchschlitz zur Eingabe einer Suchanfrage. Das System erlaube es Analysten, mehrere NSA-Datenbanken zu durchsuchen. Mit Stand 2010 hätten Mitarbeiter von 23 US-Behörden auf "ICReach" Zugriff gehabt. Darunter seien andere Geheimdienste, aber auch nationale Behörden wie die Drogenfahndung DEA.

Ein Sprecher der Geheimdienste erklärte, mit der Suchmaschine solle der Informationsaustausch zwischen den Behörden befördert werden. Nach den Terroranschlägen des 11. September 2011 war der schlechte Kommunikationsfluss zwischen den verschiedenen Diensten ein großer Kritikpunkt gewesen. (dpa/tc/mje)