Novell-Clients nutzen Unix-Dateien

Ein Netware-Server für Linux bindet Dateisysteme der Unix-Welt in den Verzeichnisbaum eines Novell-Netzes ein. Die Software funktioniert allerdings nur mit älteren Systemkernen.

Von: Hartmut Höhn

Wer die beiden Plattformen verbinden will, hat zwei Möglichkeiten: Linux in Netware integrieren oder umgekehrt. Beide Connectivity-Alternativen verwenden Software für Linux. Im ersten Fall ist es ein Server, der Unix-Verzeichnisse in die Novell-Welt exportiert, im zweiten Fall führt ein Client Netware-Volumes in einen NFS-Verband (NFS = Network File System) ein.

Wer würde vermuten, daß dahinter ein Linux-Server steht?

Bisher gibt es Netware-Server für Linux nur von einer Quelle, der Firma Caldera. Denn deren Geschäftsführer Ray Noorda hat sich als ehemaliger Chief Executive Officer (CEO) von Novell die Rechte an dem Netware-Code gesichert. Der Vorteil eines Linux-Servers, der den Novell-Verzeichnisdienst "Netware Directory Services" (NDS) unterstützt: Rechner des Novell-Netzes können alle Laufwerke, die vom Server gemountet werden, über das Verzeichnis ansprechen. Sie haben Zugriff auf NFS-Objekte von anderen UNIX-Servern, auf Windows-Partitionen und auf Geräte. Mit all diesen Ressourcen kommunizieren sie dabei über das Novell-Protokoll IPX/SPX (IPX = Internetwork Packet Exchange, SPX = Sequenced Packet Exchange), was vielen Netware-Anwendern zugute kommt. Immerhin spricht nach wie vor ein Großteil der implementierten Novell-Netze diese Sprache. Die Umstellung auf Netware 5 und den damit verbundenen Internet-Standard TCP/IP hat gerade erst angefangen.

Genügt ein Datei- und Druck-Server, der nicht mit Unix-Rechnern kommuniziert, dürfte die Originalsoftware von Novell besser geeignet sein, zumal sich die Lizenzkosten der beiden Server-Versionen derzeit kaum unterscheiden. Will man ein System mit nur einem Server aufbauen, kommt das Paket "Netware for Small Business" in Frage. Eine weitere, kostengünstige Alternative für kleine Netze verzichtet auf NDS und baut auf den Netware-3-Server "Mars", und den File-Server für Windows-Netze "Samba" auf, beides Freeware-Tools für Linux.