Fehler finden und vermeiden

Netzwerkgrundlagen: Kabelverlegung und Fehlersuche

Fehler in der Gebäudeverkabelung vereiteln den stabilen Betrieb eines LANs. Um nachträgliche teure Reparaturen zu vermeiden, muss man die Masseverschaltung, die Kabelverlegung und die Patchpannels sorgfältig planen und auswählen. TecChannel liefert das nötige Know-how.

Das Finden und die Korrektur von Fehlern in einer bestehenden LAN-Verkabelung sind zeitaufwändig und kostenintensiv. Deshalb ist es nötig, sich vorab Gedanken zu machen und die wichtigsten Fehlerquellen zu kennen. Dieser Beitrag geht zunächst auf mögliche Probleme bei der Abschirmung und der Masseführung ein. Anschließend zeigt er, wie LAN-Kabel richtig verlegt werden und was bei Patch-Feldern zu beachten ist. Abschließend stellt er noch Messmethoden vor und demonstriert, wie man aus einer alten Netzwerkkarte einen einfachen Link-Tester selbst bauen kann.

Dieser Beitrag basiert auf dem Buch „Lokale Netze – Handbuch der kompletten Netzwerktechnik“ von Klaus Dembowski. Dieses Grundlagenwerk der Netzwerktechnik können Sie hier in unserem Partner-Bookshop online erwerben.

Miniserie: Kabel für lokale Netzwerke

Teil 1: Kupferkabel

Teil 2: Kabelverlegung und Fehlersuche

Teil 3: Lichtwellenleiter

Kabelverlegung

Generell sind auch die Masseverhältnisse bei einer LAN-Verbindung von Bedeutung. Beim Koaxialkabel wird daher an einem Ende des Segments mit einer Kette eine Erdung vorgenommen. Eine extra Erdungsmöglichkeit gibt es beim TP-Kabel nicht, doch in den Hubs und Switches, die an das Stromnetz angeschlossen sind, findet möglicherweise eine Erdung statt, was letztendlich vom Geräteaufbau abhängig ist. Bei einem Metallgehäuse mit internem Netzteil kann man in der Regel davon ausgehen, dass dem so ist; bei Geräten im Plastikgehäuse oder mit externem Steckernetzteil ist dies hingegen nicht der Fall.

Obwohl in den Einheiten Übertrager zum Einsatz kommen, die eine galvanische Trennung zwischen der LAN-Elektronik auf der Netzwerkkarte oder auch im Switch zum LAN-Segment hin vornehmen, können sich ungeordnete Masseverhältnisse ergeben, und zwar durch die Verwendung unterschiedlich aufgebauter TP-Kabel, also etwa die Kombination von STP, S-UTP oder auch S-STP.

Problemen, die aus einer derartigen Installation resultieren, auf den Grund zu kommen, ist nicht trivial und bleibt letztendlich dem professionellen LAN-Techniker mit seinen speziellen Messgeräten vorbehalten. Daher kann man nur empfehlen, möglichst einheitliche TP-Kabel zu verwenden. Eine Mischung etwa von S-STP- mit S-UTP führt zudem zu einer erhöhten Störanfälligkeit. Dann wäre es besser, wenn ausschließlich S-UTP zum Einsatz käme. Weil nachträgliche Änderungen an einer LAN-Verkabelung oftmals nicht mehr ohne weiteres möglich sind, sollte auf jeden Fall versucht werden, einzelne Segmente mit einheitlichen TP-Kabeln aufzubauen, was mindestens die Strecke vom PC bis hin zum Switch- Port bedeutet, besser natürlich noch den ersten Switch mit den weiteren Ports einbezieht.

Die Selbstanfertigung von Twisted Pair-Verbindungen mit Crimp-Zange und einzelnen RJ45-Steckern ist keine empfehlenswerte Methode für den Aufbau eines aktuellen LANs. Stattdessen sollten Patch-Kabel von Markenherstellern eingesetzt werden. Feste Gebäude-Installationen überlässt man dem Fachmann, der auch entsprechende Messprotokolle über die verlegten Strecken anfertigen kann.