NetVista: Internet-PC von IBM mit TFT

Unter dem Namen NetVista hat IBM eine neue Serie von Internet-PCs vorgestellt, die mit einem Flachbildschirm ausgestattet sind. Die neuen Rechner sollen als Internet-Appliances, ThinClients und All-in-One-PCs mit einem Budget von 100 Millionen Dollar vermarktet werden.

Die NetVista-Rechner sind als Netzwerk-PCs gedacht, das einst populäre Schlagwort vom "NetPC" vermeidet IBM aber bewusst. In verschiedenen Konfigurationen sollen die PCs unter anderem mit einem Verschlüsselungschip mit 256 Bit Schlüssellänge ausgestattet werden, um sichere Übertragungen auch für Home-Offices zu gewährleisten.

An die Erweiterbarkeit hat IBM anders als bei anderen All-in-One-Konzepten auch gedacht. Als "NetVista All-in-One" soll zumindest ein Modell der Reihe über zwei PCI-Slots und sieben USB-Ports verfügen. Genauere Angaben zur Hardware-Ausstattung konnte IBM noch nicht machen. Ebenso ist noch unklar, ob die Rechner auch in Deutschland angeboten werden. Nach Angaben von US-Newsdiensten sollen die NetVistas mit Intel-Chips (Celeron und PIII) um 2000 Dollar kosten.

Fest steht schon, dass die NetVistas nicht über den Fachhandel vertrieben werden. Stattdessen will IBM die Rechner zum Beispiel als "Internet Appliance" mit Firmen wie AT&T, Lycos und Bell Atlantic vermarkten. Diese Partner sollen die Hardware mit Dienstleitungen unter eigenem Namen anbieten.

IBMs NetVista-PCs verstecken die Elektronik hinter dem Panel und im Standfuß.

Das bisher einzige Bild eines NetVista-PCs zeigt eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem "Flat-Panel-Computer" (FPC) des Herstellers MultiQ. Dieses Unternehmen hatte bereits 1998 auf der CeBIT ein ähnliches Design gezeigt. Dass die kleine schwedische Firma (Umsatz 1999: rund 10 Mio. Dollar) sich aber mit "Big Blue" anlegt (Umsatz 1999: rund 87 Mrd. Dollar) ist eher unwahrscheinlich.

Der Trendsetter bei Internet-Computern, Apple, hatte Plagiate seines iMac gerichtlich verbieten lassen und sich dabei auch gegen den koreanischen Daewoo-Konzern durchgesetzt. (nie)