Napster startet Betatest - mit 1500 Songs

Die Musiktauschbörse Napster startet in diesen Tagen einen Betatest ihres kostenpflichtigen Dienstes. 20.000 User dürfen teilnehmen, sie können aber nur einen Bruchteil der früher verfügbaren Songs austauschen.

Seit Juli 2001 ist die populäre Musiktauschbörse Napster auf richterlichen Beschluss vom Netz. Vorausgegangen waren monatelange Streitigkeiten mit der Musikindustrie (siehe tecHistory rechts). Ersten Ankündigungen zufolge wollte Napster schon im Sommer 2001 mit einem kostenpflichtigen Angebot wieder starten, bei dem die Musiker einen Teil der Einnahmen als Tantiemen erhalten sollten.

Inzwischen ist zumindest die neue Software fertig. Laut Napster bietet sie neue Funktionen zur Verwaltung von Musiktiteln und kann mit dem proprietären NAP-Format umgehen, das DRM unterstützt. Der Client wird jetzt an 20.000 Beta-Tester verteilt, die sich bei zuvor bei Napster registrieren ließen.

US-Berichten zufolge sollen die Tester jedoch nur Zugriff auf etwa 1500 Songs haben. Gegenüber den zu Hochzeiten über 112 Millionen per Napster verfügbaren Dateien stellt das nur einen winzigen Bruchteil dar.

Februar 2001: Eine halbe Million User gleichzeitig in einem Napster-Subnetz.

Zwar hat Napster über die Allianz mit MusicNet schon Musik-Schwergewichte wie AOL Time/Warner, EMI und Bertelsmann im Boot. Auf Grund des spärlichen Angebots versucht Napster-Chef Konrad Hilbers aber auch direkte Verträge mit den großen Plattenfirmen auszuhandeln: "Wenn Napster an der Leidenschaft von Musikliebhabern teilhaben will, müssen wir den Content der Major Labels anbieten, und das bleibt unser größtes Hindernis" sagte der Manager auf einer Konferenz in Washington Anfang der Woche.

Napster verspricht auf seiner Webseite weiterhin, Anfang 2002 seinen Bezahldienst für alle anzubieten. Als Einstiegspreis gelten weiterhin die fünf Dollar pro Monat, die Hilbers selbst erwähnt hatte. Nähere Angaben zum Angebot machte Napster seitdem nicht. (nie)