Thermal Touch

Metaio macht alles zum Touchscreen

Der Münchner Augmented-Reality-Spezialist Metaio hat eine Technik entwickelt, die beliebige Objekte und Oberflächen in einen Touchscreen verwandeln kann.

"Thermal Touch" kombiniert einer Mitteilung zufolge Thermografie und Augmented Reality. Dadurch werde eine natürliche Interaktion zwischen Nutzer, realem Objekt und digitaler Information ermöglicht, von der insbesondere zukünftige AR-Brillen profitieren sollen, schreibt Metaio weiter. Die Münchner wollen "Thermal Touch" in der kommenden Woche auf der Augmented World Expo (AWE) in Santa Clara (Kalifornien) und Anfang. Juli auf der InsideAR in Tokio live demonstrieren.

Virtuell: Mit 'Thermal Touch' und AR-Brillen kann auch ohne Brett und Figuren Schach gespielt werden.
Virtuell: Mit 'Thermal Touch' und AR-Brillen kann auch ohne Brett und Figuren Schach gespielt werden.
Foto: Metaio

"Alle diskutieren derzeit über tragbare Datenbrillen wie Google Glass, aber kaum einer spricht darüber, wie man Geräte dieser Art eigentlich bedienen wird", sagt Peter Meier, CTO von Metaio. "Der Vorteil von AR-Brillen ist ja, dass man die Hände frei zur Verfügung hat. Mit dem 'Thermal Touch' kann ich beliebige Objekte in einen Touchscreen verwandeln, so dass man direkt mit seinem Finger darauf interagieren kann."

Für seinen aktuellen und bereits funktionsfähigen Prototypen hat Metaio auf einem Tablet-PC eine Infrarot- und eine RGB-Kamera integriert. Das Gerät kann so die Wärmesignatur, die jemand durch Berühren einer beliebigen Oberfläche hinterlässt, registrieren und verarbeiten. Parallel ergänzt Metaios AR-Software das berührte Objekt mittels Augmented Reality und fortschrittlicher 3D-Objekterkennung.

"'Thermal Touch' ist derzeit noch ein Prototyp und weit davon entfernt, im Alltag eingesetzt zu werden", sagt Metaio-Mann Meier. "Wir möchten die Community allerdings auf die bisher ungelöste Problematik der Interaktion aufmerksam machen und den Herstellern von AR-Brillen gleichzeitig eine mögliche Lösung aufzeigen." Es sei durchaus denkbar, dass in fünf bis zehn Jahren in mobilen Geräten neben einer Vielfalt an fortschrittlichen Sensoren auch Infrarot-Kameras zu finden seien - inklusive tragbarer Augmented-Reality-Brillen der nächsten Generation. (cvi)