Mehr Spam, mehr Viren, mehr Betrug

Auch im November ist der Anteil von Spams und Viren in der E-Mail wieder angestiegen. Deutlich mehr als die Hälfte der elektronischen Post besteht mittlerweile aus Unerwünschtem und die Virenautoren zielen zunehmend auf die Geldbeutel ihrer Opfer.

Dies zeigen übereinstimmend die aktuellen Statistiken des Managed-Services-Providers MessageLabs und des Antivirus-Herstellers Sophos. Bei MessageLabs etwa stieg die Spam-Quote im November auf 55,1 Prozent (Oktober: 50,5 Prozent) und etwa jede 97. Mail brachte einen Virus mit (Oktober: 1 auf 103). Dabei machte der Sober-Wurm gut ein Drittel aller Infektionen aus, wie die Statistik des AV-Anbieters Sophos für den November belegt. Dicht gefolgt wird Sober aber auch schon von der Mimail-Familie, die in den fünf aktuellen Varianten im November fast ein Viertel aller Virenprobleme verursachte.

Sober führt im November die Viren-Top-Ten an. Dicht auf den Fersen sind ihm jedoch die diversen Mimail-Varianten.

Gerade Mimail bereitet Sicherheitsexperten derzeit besondere Sorgen, weil sich hier ein neuer Trend bei den Virenautoren erkennen lässt: Statt für "Ruhm und Ehre" entwerfen sie ihre neuen Kreationen zunehmend zum Zweck der finanziellen Bereicherung. "Der Mimail-Wurm hat mit einer Reihe von ganz unterschiedlichen Tricks zugeschlagen. Kreditkarten-Details von Paypal-Nutzern zu stehlen, war wohl der gemeinste davon", erläutert Gernot Hacker, Senior Technical Consultant bei Sophos. "Virenautoren und Hacker gehen immer zielstrebiger vor, wenn es darum geht, bei Anwendern vertrauliche Informationen auszuspionieren."

Auch nach Ansicht von MessageLabs zielt speziell die aktuellste Variante Mimail-J klar auf veritablen Betrug, wobei der finanzielle Vorteil des Autors das primäre Ziel ist. "Dies deutet darauf hin, dass sich die Denkweise des Virenautors verändert hat. Wo bislang die Störung Motivation genug war, sehen wir nun eine neue Art von cyber-krimineller Absicht, um in den eigenen Geldbeutel zu wirtschaften", folgert MessageLabs-CTO Mark Sunner. "Die daraus resultierenden Viren agieren nach dem Hit-and-run-Prinzip und sind nicht für den langfristigen Einsatz konstruiert. Stattdessen beruhen sie auf der Täuschung unvorbereiteter User. Dann erscheint eine neue Variante beginnt und der Prozess von neuem."
(jlu)

tecCHANNEL Buch-Shop

Literatur zum Thema Sicherheit

Titelauswahl

Titel von Pearson Education

Bücher

PDF-Titel (50 % billiger als Buch)

Downloads