Maxtor will 137-GByte-Grenze bei ATA knacken

Festplattenproduzent Maxtor will die durch die ATA-Spezifikation festgelegte 137-GByte-Barriere bei Festplatten durchbrechen. Ein neuer ATA-Standard soll Festplatten mit bis zu 144 Petabyte (PByte) zulassen.

Maxtor hat sich nach eigenen Angaben für seine "Big Drive"-Initiative bereits der Unterstützung von Microsoft, Compaq und VIA Technologies versichert. Der Vorschlag für den neuen Standard sei außerdem beim T13 Committee eingereicht worden. Das T13 ist eine technische Arbeitsgruppe im National Committee on Information Technology Standards (NCITS).

Laut Maxtor sind in den letzten 15 Jahren zehn verschiedene Kapazitätsgrenzen von der Speicherindustrie durchbrochen worden. Maxtor rechnet dazu solche Grenzen, die etwa durch FAT 12 (16 MByte), BIOS oder Betriebssysteme (etwa 2 GByte durch FAT 16 bei allen reinen MS-DOS-Versionen) vorgegeben waren.

Big Drive: Maxtor macht Dampf um den ATA-Standard für größere Festplatten zu ändern.

Nach Auffassung eines Analysten von IDC würde der Big-Drive-Vorschlag beim derzeitigen Entwicklungstempo der Festplatten die nächsten 20 Jahre lang ausreichen. Das Überschreiten der derzeit gültigen ATA-Grenze von 137 GByte ist bei aktuellen Festplattengrößen von 100 GByte dagegen nur noch eine Frage der Zeit. Analysten rechnen noch im zweiten Halbjahr 2001 mit Festplatten dieser Größe.

Den Quantensprung soll ein ATA-Interface mit einem Adressraum von 48 Bit pro Laufwerk ermöglichen. Der ATA-Standard definiert diesen Adressraum zur Zeit mit 28 Bit. Nach dem neuen Verfahren kommen bei informatisch korrekter Rechnung mit 1024 Byte für ein KByte 128 Petabyte zusammen. Ein Petabyte entspricht dabei 1024 Terabyte. Da die Festplattenhersteller aber traditionell mit 1000 Byte je KByte rechnen, ergeben sich die erwähnten 144 Petabyte. Daneben enthält der Vorschlag von Maxtor ein Verfahren, mit dem sich pro Befehl statt 256 Sektoren 65.536 Sektoren übertragen lassen.

Bevor die 144 PByte erreicht werden können, gilt es aber - wie bisher auch - noch Hürden zu nehmen, die nicht von der ATA-Spezifikation herrühren. Die nächste ist die 2,2-TByte-Grenze, die durch 32-Bit-Betriebssysteme gegeben ist. Maxtor rechnet damit, dass dieses Limit beim derzeitigen Tempo bis zum Jahr 2004 erreicht sein wird. Maxtor sieht diese Grenze auch bei derzeit entwickelten 64 Bit-Betriebssystemen bestehen, etwa der 64-Bit-Version von Windows XP, weil die Version nicht frei von 32-Bit-Code sei.

Weitere Grundlagen zu ATA und anderen Festplatten-Technologien bietet eine eigene Rubrik des tecChannel. (uba)