Matrox: G550-Chip mit sanfter Evolution

Ab August oder September will Matrox Grafikkarten mit dem neuen Chip G550 verkaufen. Vorab gab der Hersteller schon einige technische Details des neuen Designs bekannt.

Der G550 wendet sich, so Matrox in einer Pressemitteilung, an "Business- und Homeanwender". Damit ist klar, dass der zum Vorgänger G450 pinkompatible Chip nicht als Spiele-Nachbrenner gedacht ist. Bisher krankten die Matrox-Chips in dieser Disziplin an fehlenden Features und schwacher Leistung, wie unsere Tests und auch der Chip-Vergleich zeigen.

Beim G550 hat Matrox dennoch einige Optimierungen für 3D-Spiele vorgenommen. So verfügt der Chip jetzt über zwei Texturierungs-Einheiten in beiden Pixel-Pipelines, beim G450 war es nur eine. Während das auf höhere Geschwindigkeit schließen lässt, dürfte das Speicher-Interface vieles davon wieder bremsen: 64 Bit breit und für maximal 32 MByte DDR-Speicher ausgelegt, bleibt es auch beim G550 auf dem Stand des Vorgängers.

Matrox-Foto der neuen Millenium: Die Beschriftung der RAMs ist auch im Original nicht lesbar, der Takt daher noch unklar.

Neu ist dagegen beim G550 ein programmierbarer Vertex-Shader, der zusätzlich zur T&L-Einheit die CPU des Rechners entlasten soll. Der Vertex-Shader soll kompatibel mit den entsprechenden Funktionen in DirectX 8 sein, einen entsprechenden Pixel-Shader hat sich Matrox aber gespart. Passende Software, die DirectX 8 wirklich ausreizt, ist aber ohnehin noch rar. Getreu dem Marktführer NVIDIA hat Matrox für die Architektur des G550 auch einen schönen Marketing-Namen erfunden, der Chip verfügt also über eine "HeadCasting-Engine".

Dieser Name kommt nicht von ungefähr. So soll die mit der Grafikkarte "Millenium G550" gelieferte Software in der Lage sein, ein Bild vom Kopf des Benutzers dreidimensional zu animieren. Erfasst wird dieses Bild über zwei digitale Fotos, zum Einsatz kommt dabei Technologie von Digimask. Durch lippensynchrone Animation des Gesichts will Matrox damit für eine persönlichere Note beim Instant-Messaging, bei Präsentationen und Online-Schulungen sorgen. Für jeden Bereich packt Matrox Software bei.

Mit Anschlüssen für zwei Monitore und 32 MByte Speicher soll die Millenium G550 349 Mark kosten, sie ist laut Matrox ab August oder September erhältlich. Wie auf dem oben stehenden Bild zu sehen, ist das Board als Low-Profile-Karte ausgelegt, der zweite Monitor-Port wird per Modul realisiert. (nie)