Mathematica-Autor errechnet Weltformel

Der Autor des populären Programms "Mathematica" ist erneut unter die Schriftsteller gegangen. Sein Werk "A New Kind of Science" schlägt vor, das Universum als einen gigantischen Computer zu begreifen.

Einem Bericht des Spiegel zufolge wird das Buch von Stephen Wolfram derzeit in Wissenschaftskreisen heiß diskutiert. Wolframs Theorie, nach der sämtliche Vorgänge im Universum vorbestimmt sind, würde die Wissenschaft von grundlegenden "Warum?"-Fragen befreien.

Sämtliche Konstanten und Naturgesetze ließen sich damit erklären. Dennoch laufe in Wolframs Weltmodell kein festverdrahtetes Programm ab. Der Autor habe sich vielmehr mit dem Zell-Automaten Life beschäftigt, der 1970 von dem Mathematiker John Conway erfunden wurde.

Das "Game of Life": Funktioniert so die Welt?

Trotz der sehr einfachen Regeln von "Life" führt ein entsprechendes Programm schon nach wenigen Durchgängen meist zu einer stabilen oder grafisch eindrucksvollen Darstellung dieser zweidimensionalen "Welt". Das oben abgebildete Beispiel entstand nach 85 Iterationen aus nur fünf "lebenden" Zellen. Das System nimmt nach 1003 Iterationen einen stabilen Zustand an.

Wolframs Theorien spielen in den philosophischen Bereich, was derzeit durchaus populär ist. Auch der Astrophysiker Prof. Dr. Harald Lesch führt in der Sendung "Space Night" des Bayerischen Rundfunks in loser Folge Diskussionen mit dem Philosophen Prof. Wilhelm Vossenkuhl.

Wie der Spiegel berichtet, findet sich auch für Wolframs Weltformel schon philosophische Unterstützung. Edward Fredkin von der Bostoner Universität meint, die Welt sei nur ein Zellautomat mit äußerst geringer Größe der Zellen. Der Spiegel jedoch schließt seinen Bericht mit dem Satz: "Komplexität allein, so scheint es, führt zu gar nichts." (nie)