Komplettsystem für 7000 Mark

Eine Ultra-10-Workstation von Sun zusammenzuschrauben ist ein Kinderspiel für all jene, die schon einen PC aus Einzelteilen gebaut haben. Der Beitrag faßt die wichtigsten Schritte zusammen.

Von: Thomas Weihrich

Das Eigenbau-System entspricht einer Ultra-10-Workstation, denn das OEM-Board unterstützt eine Ultra-Sparc-IIi-CPU mit bis zu 440 MHz und 2 MByte Cache. Neben acht Sockeln für ECC-EDO-DIMMs, die einen Speicherausbau bis zu einem GByte erlauben, bietet das Board Platz für sechs PCI-Steckkarten. Ein UPA-Steckplatz (UPA = Ultra Port Architecture) nimmt Sun-spezifische Grafikkarten wie "Creator" oder "Elite 3D" auf. Zwei Ultra-Wide-SCSI-Schnittstellen sind ebenso auf dem Board untergebracht wie eine Fast-Ethernet-Schnittstelle. Und auch zwei serielle Schnittstellen, ein Parallel-Port und ein Controller für den Anschluß von Diskettenlaufwerken fehlen nicht. Das Motherboard entspricht der ATX-Norm und kann von den üblichen ATX-Netzteilen gespeist werden. Diese sollten jedoch mindestens 250 W liefern. Als Alternative zum Stand-Alone-System kommen 19-Zoll-Gehäuse für den Rack-Einbau in Frage. Solche Hüllen werden häufig mit stärkeren und redundanten Netzteilen ausgeliefert, ein Vorteil der mit einem Mehrpreis von bis zu 1500 Mark bezahlt werden muß.

Ein typisches Sun-System besteht aus einem CPU-Board mit Prozessor und Hauptspeicher, einer Netzwerkkarte, einer Grafikkarte, Tastatur, Maus, einem CD-ROM-Laufwerk und einer Festplatte. Optional kommen noch ein Streamer, zusätzliche Schnittstellen und weitere Festplatten hinzu. Untergebracht sind die Komponenten zumeist in einem geräumigen und gut belüfteten Gehäuse. Sun-Rechner legen dabei Wert auf eine ausgewählte Peripherie: So benötigt Solaris zum Booten von CD-ROM eine Block-größe von 512 Bytes. Normale CD-ROM-Laufwerke unterstützen 512 Bytes nur per Mode Select. Leider schickt das Boot-Prom vor dem Hochfahren keinen Mode-Select-Befehl, weshalb das Laufwerk den 512-Bytes-Modus direkt unterstützen sollte. Das hat zur Folge, daß sich die Auswahl der CD-ROM-Laufwerke auf SCSI-Geräte von Plextor und Pioneer beschränkt. Auch einige ältere Ausführungen von Toshiba, zum Beispiel "3301B", "3401B", "3501B" und "4401B" funktionieren. Sun empfiehlt in den OEM-Manuals den Einsatz von "Plextor 32 TXI"; allerdings erscheint das Gerät für den Einsatz in 19-Zoll-Gehäusen weniger geeignet 19-Zoll-Gehäusen weniger geeignet als das Caddy-Pendant "32 CXI", weil beim Auswurf der CD-ROM die Schublade gegen die abschließbare Frontplatte stößt. Weitere Alternativen sind Sun- und SGI-Laufwerke.

Das Sparc-Engine-Motherboard von DTK: Die Platine unterscheidet sich vom Sun-Original durch wenige Layout-Details

Grafikkarten kommen nur wenige in Frage. Abgesehen davon, daß der Anwender seinen Selbstbau-Server auch mit einem seriellen Terminal ansprechen kann, unterstützt das Board mit der aktuellen Open-Prom-Firmware "3.0.8" die von Sun hergestellten Karten aus der Creator-Serie und ATI-Karten auf der Basis von Rage II und Rage Pro.

Das Board unterstützt sowohl Sun-Typ-5-Tastaturen und -Mäuse, für deren Anschluß ein dedizierter Port vorgesehen ist, als auch generische PS/2-Geräte, sofern der entsprechende Adapter gleich mitgekauft wird. Sun-spezifische Geräte haben den Vorteil, daß sie die Power-Management-Funktionen des Boards unterstützen. Sun-Grafikkarten verfügen über den Spezialanschluß "13W3", zu dem kein im Einzelhandel erhältlicher Bildschirm paßt. Es gibt jedoch Adapter für das VGA-Format und für BNC. ATI-Grafikkarten brauchen solche Anschlußstücke nicht. Als Massenspeicher dienen ein 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk und Ultra-Wide-SCSI-Festplatten. Die Wärme, welche die Festplatte produziert, sollte hinreichend abgeführt werden, notfalls durch zusätzliche Lüfter oder mit Lüftern bestückte Steckkarten. Andernfalls empfehlen wir SCSI-Festplatten, die wenig Wärme produzieren, wie die Geräte aus der DDRS-Serie von IBM.