Kommunikationssteckdose wird Realität

Ende März stimmte der Bundesrat drei Rechtsverordnungen zu und machte damit den Weg frei für Rundfunk-, Medien- und Teledienste, die Stromleitungen als Übertragungsmedium nutzen. Service Provider haben bereits begonnen, entsprechende Netzwerkservices mithilfe der PowerlineCommunication-Technik anzubieten.

Von: Gerhard Kafka

Daten über Stromleitungen zu transportieren, galt lange Zeit wegen der Störfelder als technisch problematisch. Das ist heute anders. Energieversorgungs-Unternehmen preisen die Datenübertragung über "Powerlines" (Powerline Communication: PLC) als Alternative zu ISDN oder Kabel-TV-Netzen und stellen auf diesem Weg Telefondienste und den Zugang zum Internet bereit.

Rund 95 Prozent aller Haushalte weltweit sind an das Stromnetz angeschlossen. Darüber lassen sich mithilfe von PLC Multimedia-Dienste bereitstellen.

Gegenwärtig setzen die Service Provider zwei Verfahren für die Powerline-Kommunikation ein: Schmal- und Breitband-Modulationsverfahren. Die Schmalband-Variante hat zwar Vorteile bei Übertragungskanälen mit geringen Störungen, stellt aber nur eine Bandbreite von wenigen 100 kBit/s bereit. Die typischen Modulationsverfahren sind die Frequenzmodulation (Frequency Shift Keying: FSK) oder die Quadratur-Phasenmodulation (Quadrature Phase Shift Keying: QPSK). Die Amplitudenmodulation (Amplitude Shift Keying: ASK) spielt keine Rolle.

Breitband- oder Spreizbandverfahren (Spread Spectrum) zeichnen sich durch hohe Redundanz bei der Signalübertragung aus. Sie sind gegen Störungen unempfindlicher. Deshalb setzen PLC-Hersteller wie Ascom Powerline in ihren Produkten die von Wireless LANs her bekannte OFDM-Modulation (Orthogonal Frequency Division Multiplexing) ein. Für die Powerline-Kommunikation im Rahmen der europäischen Cenelec-Norm lässt sie sich jedoch nicht verwenden, weil dafür ein zu großer Frequenzbereich erforderlich ist.