Möbius-Molekül

Kieler Forscher entwickeln Baustein für Quantencomputer

Wissenschaftler der Kieler Christians Albrecht Universität (CAU) sind der Entwicklung einer Speichereinheit für einen so genannten Quantencomputer ein gutes Stück näher gekommen.

Den Forschern gelang es erstmals, ein dreifach verdrilltes Molekül zu bauen, wie die CAU am Dienstag mitteilte. Es hat die Form eines Papierstreifens, der dreimal entlang der Längsachse um 180 Grad gedreht und an den Enden zusammengeklebt wurde, so dass man nicht mehr zwischen Vorder- und Rückseite unterscheiden kann.

Künstlerische Darstellung des dreifach verdrillten Kieler Möbius-Moleküls als Treppenkonstrukt
Künstlerische Darstellung des dreifach verdrillten Kieler Möbius-Moleküls als Treppenkonstrukt
Foto: CAU / Herges

Solch ein Molekül hat quantenmechanische Eigenschaften: In ihm fließt Strom umgekehrt zu normalen Ringen herum. Es kann als Speichereinheit in Quantencomputern eingesetzt werden. "Solche Quanten-Bits würden die bisherigen Informationen statt als 0 und 1 als topologische Zustände "unverdreht" und "verdreht" darstellen", heißt es in der Mitteilung der CAU.

Ein Quantenrechner funktioniert nicht auf Basis der Gesetze der klassischen Physik, sondern nach den Gesetzen der Quantenmechanik. Er kann daher bestimmte mathematische Probleme effizienter lösen als der digital rechnende klassische Computer. Von Quantencomputern existieren bislang nur Labor-Versionen. (dpa/tc/hal)