Qi-Standard

Kabellose Stromübertragung auf Wachstumskurs

Der rasant wachsende Markt für mobile Geräte und der Ärger der Anwender über unzählige, verschiedene Anschlüsse für Ladekabel könnten schon bald dazu führen, dass elektronische Geräte nur noch drahtlos aufgeladen werden.

Die Analysten des amerikanischen Marktforschungsunternehmens In-Stat sehen für den Markt der kabellosen Ladesysteme gute Wachstumschancen. Bereits 2014 rechnen sie mit einem Erlös von 4,3 Milliarden Dollar (rund 3,4 Millarden Euro) weltweit. Grund für das Wachstum sei vor allem der Ärger der Anwender: 44 Prozent haben es den Marktforschern zufolge satt, dass sie für jedes Gerät eine eigenes Ladekabel benötigen. Abhängig vom mobilen Produkt, würden über 40 Prozent für eine kabellose Ladefunktion bis zu 50 Dollar mehr ausgeben. Weiter erwartet In-Stat, dass sich die aktuellen Preise für die kabellosen Lösungen bis 2014 halbieren.

Powermat Portable Mat: Bis zu drei Powermat-fähige Geräte lassen sich damit gleichzeitig aufladen.
Powermat Portable Mat: Bis zu drei Powermat-fähige Geräte lassen sich damit gleichzeitig aufladen.

Das Einsatzgebiet drahtloser Stromübertragung reicht von Mobiltelefonen, PCs und Spielkonsolen über medizinische Anwendungen bis hin zur Elektroautos. Dafür soll im Frühjahr 2011 eine Wireless-Charging-Station auf den Markt kommen. Auch in Deutschland sind bereits drahtlose Ladestationen erhältlich, unter anderem für das iPhone und die Spielekonsole Wii. Bei allen genannten Beispielen funktioniert das Aufladen nach dem Induktionsprinzip: Das Gerät wird inklusive Akku auf oder in die Nähe einer Station (engl. Plate) gelegt, die den Akku mittels Induktion auflädt. Der Vorteil einer solchen Lösung sehen Experten darin, dass sich die Ladestationen unsichtbar z.B. in Möbel oder Autos einbauen lassen.

Erst im Juli hat das "Wireless Power Consortium" (WPC) den Standard "Qi" zur drahtlosen Stromübertragung verabschiedet. Er soll bis zu fünf Watt zwischen Empfänger und Sender übertragen. Entsprechend lizenzierte Lösungen garantieren Interoperabilität, sodass sich damit Geräte unterschiedlicher Hersteller aufladen lassen. Dem Konsortium gehören fast 60 Unternehmen an, darunter auch die großen Mobilfunk- und Elektronic Consumer-Hersteller. (Computerwoche/hal)