JavaOne: Gegenpol zu Microsoft .NET

Java-Programmierer aus aller Welt treffen sich jährlich auf der JavaOne-Konferenz. Dieses Mal konzentrierte man sich auf die Hoffnung, dass Webservices auf Basis von J2EE anstatt Microsofts .NET das Rennen machen.

Die JavaOne-Konferenz ist in jedem Jahr ein Gradmesser für die Akzeptanz von Java. Weiterentwicklungen und neue Systemumgebungen geben zugleich einen Hinweis auf kommende Trends. Nach der ersten Ankündigung der Verfügbarkeit von Java für mobile Endgeräte vor drei Jahren und einer eher zähen Anlaufphase konnte der Besucher diesmal fast den Eindruck gewinnen, Java sei inzwischen zur "lingua franca" der mobilen Welt geworden. Kein Handyhersteller, der nicht auf Java setzt, um mit den kommenden Killer-Applikationen endlich wieder mehr Geräte verkaufen zu können.

Auch balgen sich inzwischen mehr als eine Hand voll Anbieter im Bereich der J2EE-basierenden Applikationsserver. Hier ist die Hoffnung groß, dass sich das Rad der Innovationen durch den internen Konkurrenzdruck bei gleichzeitig offener Architektur weiterhin schnell in Richtung Java dreht. Sun sieht auch Potenzial in der Windows-Welt und so will man alles unternehmen, damit jeder Windows XP-User per Download auf eine vollwertige Java-Engine zugreifen kann.

Keynote: Sun-Boss Scott McNealy setzt .Net die eigene .One-Strategie entgegen.
Keynote: Sun-Boss Scott McNealy setzt .Net die eigene .One-Strategie entgegen.

Nachdem auch der Kurs der Sun-Aktie im letzten Jahr stark ramponiert wurde, stellten sich viele Beobachter die Frage, wie und ob Sun in Zukunft die teure Weiterentwicklung von Java finanzieren kann und will. Auf diesen Punkt angesprochen, stellten sich die Sun-Offiziellen deutlich hinter Java: "Wir bauen auf Java und darauf, dass wir weiterhin viele Server verkaufen, weil unsere Kunden schnelle Server benötigen". Java möchte man also weiterhin quasi als Verkaufsvehikel für die eigenen Server "mit voller Kraft" unterstützen und finanzieren.