Intels Projekt "Timna" wird eingestampft

Wie Intel soeben bekannt gab, wird das bisher unter dem Codenamen "Timna" bekannte Projekt nicht mehr bis zur Serienreife entwickelt. Der bereits über ein halbes Jahr verspätete Celeron mit Grafik-Logik und integrierter Northbridge ist damit gestorben.

Timna sollte Intels erster Prozessor für echte Lowcost-PCs oder Internet-Zugangsgeräte werden. Bereits im Mai 2000 zeichnete sich jedoch ab, dass das Projekt gefährdet ist. Damals musste Intel Boards mit dem Chipsatz i820 und dem "Memory Translator Hub" (MTH) zurückrufen. Dieser MTH, der Rambus-Chipsätze auch für preiswerteres SDRAM tauglich macht, war auch für Timna vorgesehen. Das Design des Timna selbst, das noch aus dem Jahr 1999 stammt, war für Rambus-Speicher vorgesehen.

Doch der wollte nicht so schnell billiger werden, wie Intel sich das vorgestellt hat. Als Ersatz für den defekten MTH sollte ein MTH2 her, der später in MPT umgetauft wurde (Memory Protocol Translator). Der aber wollte nun wieder nicht so schnell fertig werden, als dass ein Timna mit "über 600 MHz", so Intels Ankündigung auf dem letzten IDF, noch konkurrenzfähig gewesen wäre.

Totgeburt: Der Prototyp "Cape Arago" mit Timna-CPU.

Auf eben jenem IDF war auch nur betretenes Schweigen auf die Frage zu ernten, warum Intels Dot.Station, ein Internet-Terminal, nicht mit Timna sondern einem schlichten Celeron arbeitet.

Immerhin stellte Intel das Projekt am Nachmittag des letzten Tages des IDF noch offiziell vor - nun, ganze vier Wochen später, ist es endgültig gestorben. Unterm Strich war Timna damit das erste Projekt von Intel, bei dem sich das Festhalten an Rambus als Speichersystem der Zukunft als klare Fehlentscheidung erwiesen hat. (nie)