Intels Itanium ist fertig

Mit reichlich Verspätung und ohne großes Tamtam hat Intel heute offiziell den Itanium-Prozessor eingeführt. Die 64-Bit-CPU kommt mit Taktraten von 733 und 800 MHz.

Intel weist auf die Unterstützung von 25 Herstellern hin, die demnächst Itanium-Syteme anbieten würden. Getreue Vasallen wie PC-Hersteller Dell haben bereits vor dem offiziellen Launch Itanium-Server angekündigt. Fujitsu Siemens hat sich dies bis heute verkniffen. Im Juli, so hieß es jetzt, sollen ein Primergy N4000 4-Way-Server und eine CELSIUS 880 Dual-Prozessor-Workstation von Fujitsu Siemens mit Itanium-CPUs lieferbar sein.

Itanium Prozessoren bringen 2 oder 4 MByte L3-Cache mit und kosten laut Intel zwischen 1177 US-Dollar (733 MHz, 2 MByte L3-Cache) und 4227 US-Dollar (800 MHz, 4 MByte L3-Cache).

Itanium: Intel hat den 64-Bit-Riegel offiziell zum Verkauf frei gegeben.

Intel kann derzeit auf vier Betriebssysteme verweisen, die Systeme mit dem Itanium Prozessor unterstützen. Dazu gehören eine 64-Bit-Windows-2000-Edition, HP-UX 11i v1.5, IBM AIX-5L und Linux. Caldera, Red Hat, SuSE und Turbolinux wollen ebenfalls 64-Bit-Versionen ihrer Linux-Distributionen anbieten.

Welche Resonanz der Itanium auf dem Markt hervorruft, ist fragwürdig. Bereits im Februar hat Intel eine lauffähige Version des Itanium-Nachfolgers vorgestellt (Codename McKinley). Selbst Dell geht wie berichtet davon aus, dass es allzu viele Early-Adopters in diesem Jahr nicht mehr geben wird. Wer die 64-Bit-CPU ausreizen könnte, hat in der Regel Systeme und Applikationen, die man nicht von einem Tag auf den anderen umstellt. Der Schatten des Nachfolgers ist durch etliche Verzögerungen des Itanium immer größer geworden. Nach den ersten Planungen sollte der Itanium bereits seit fast einem Jahr auf dem Markt sein. (uba)