Intels 8-Core-System im Test

Die Xeon-5300-Serie ist Intels erste Quad-Core-CPU für Workstations und Server. In der Rechen-Power agieren die Vierkerner in einer eigenen Liga, die Performance pro Watt ist häufig der relevantere Maßstab. Das war bisher aber eine der Stärken von AMDs DDR2-Opterons.

Bei Desktop-PCs ist die Frage nach dem Sinn von vier Kernen in einem Prozessor durchaus noch gerechtfertigt. Bei Servern und im High-Performance-Computing stellt sich diese Frage erst gar nicht - mehr Rechen-Power ist stets erwünscht. Diesen Bedarf will Intel jetzt mit den neuen Quad-Core-Prozessoren der Xeon-5300-Serie für Systeme mit zwei Sockeln befriedigen.

Intel landete bereits mit dem Xeon 5160 "Woodcrest" einen Volltreffer. Die 3,0-GHz-Dual-Core-Modelle belegten in fast allen Applikationen und Anwendungsszenarien die Spitzenposition. Jetzt lassen sich die Woodcrests durch die Xeon-5300-Vierkerner in aktuellen 2-Sockel-Systemen einfach austauschen. Die LGA771-Prozessoren interoperieren unverändert mit Intels 5000er Chipsätzen für Server und Workstations. Ein simples CPU-Upgrade ermöglicht somit die Kernverdopplung.

Xeon E5345 „Clovertown“ 2,33 GHz: Der Xeon-Prozessor mit Core-Architektur besitzt vier Kerne, insgesamt 8 MByte L2-Cache sowie einen FSB1333.
Xeon E5345 „Clovertown“ 2,33 GHz: Der Xeon-Prozessor mit Core-Architektur besitzt vier Kerne, insgesamt 8 MByte L2-Cache sowie einen FSB1333.

Während bei Workstations neben der damit erzielbaren Performance-Steigerung wenig interessiert, fungiert bei Servern der Energiebedarf zunehmend als wichtiger Faktor. Die Stromkosten sind in Rechenzentren schnell der größte Posten. Als Kriterium für den „Wirkungsgrad“ eines Systems gilt die Performance pro Watt. Wir testen Intels Quad- und Dual-Core-Xeons ebenso wie AMDs neuen Socket-F-Opteron in identischen Systemen. Architekturbedingt unterscheiden sich nur das Mainboard und der Speicher. Die Ergebnisse aus unserem Testlabor küren einen eindeutigen Sieger.

Opteron 2218 „Santa Rosa“ 2,6 GHz: Der Dual-Core-Prozessor besitzt pro Kern einen 1 MByte großen L2-Cache. Der integrierte Speicher-Controller steuert gepufferte DDR2-667-DIMMs an.
Opteron 2218 „Santa Rosa“ 2,6 GHz: Der Dual-Core-Prozessor besitzt pro Kern einen 1 MByte großen L2-Cache. Der integrierte Speicher-Controller steuert gepufferte DDR2-667-DIMMs an.

Dramatischer fällt jedoch die Diskrepanz zwischen AMD und Intel bei der puren Performance aus. Hier zieht Intel mit den neuen Quad-Core-Xeons allen Dual-Core-Prozessoren gnadenlos davon. Wie entscheidend bei vier Kernen die FSB-Geschwindigkeit ist, zeigen wir zudem mit einer speziellen Version des 2,66-GHz-Quad-Core-Topmodells Xeon X5355.

Im tecCHANNEL-Testlabor tritt der neue Xeon E5345 mit 2,33 GHz gegen die etablierten Dual-Core-Prozessoren an. Erstmals im Test sind auch AMDs Socket-F-Opteron-CPUs der 2000er Serie.