Intel: PC1066-Speicher nur bei FSB 533

Die Flexibilität von Intels neuem Chipsatz i850E für Rambus-Speicher ist stark eingeschränkt. tecCHANNEL-Messungen belegen, dass die neuen PC1066-Speichermodule nur bei Prozessoren mit 533 MHz FSB-Taktfrequenz voll genutzt werden.

Bei CPUs mit 400 MHz FSB arbeitet auch der schnelle neue RDRAM-Speicher nur mit 400 MHz Taktfrequenz. Lediglich durch die bessere Latency der PC1066-Module ergibt sich noch ein kleiner Vorteil gegenüber dem bisherigen PC800-Speicher. Im tecCHANNEL-Test erreichte ein Pentium 4 mit 400 MHz FSB und PC1066-Speicher nur um durchschnittlich drei Prozent bessere Performance als mit PC800-RDRAM.

PC1066-RDRAM: Das 16 Bit breite RIMM liefert 1,98 GByte/s Bandbreite. Mit den zwei Speicherkanälen des i850E sind so bis zu 3,97 GByte/s möglich.

So richtig steht Intel sowieso nicht zu dem neuen Speicher: Der Mainboard-Chipsatz i850E arbeitet laut Datenblatt nur mit PC800-Speicher zusammen und unterstützt PC1066-RIMMs lediglich inoffiziell. Der neue Speicher sei für einen offiziellen Chipsatz-Support nicht ausgiebig genug verifiziert, so Intel. Den Mainboard-Herstellern bleibe es selbst überlassen, PC1066 zu unterstützen. Bislang war so viel Freiraum bei Intel unüblich.

Aber: Auch Intels D850EMV2-Mainboard läuft mit PC1066-RDRAM, zeigt beim ersten Booten aber einen entsprechenden Hinweis, den man einmalig bestätigen muss. Zum Start des Pentium 4 mit 533 MHz FSB am 6. Mai schickte Intel außerdem Pakete an die Presse mit dem genannten Mainboard und dem ungeliebten PC1066-Speicher. Genau dieses Paket wurde nun im tecCHANNEL-Labor ausführlich untersucht, nachdem die Benchmark-Resultate in der Konfiguration mit 400 MHz Taktfrequenz so dürftig ausfielen.

Zur Überprüfung der jeweiligen Taktfrequenz von Prozessorbus und Speicher haben wir unser Digital-Speicheroszilloskop LeCroy LC564A verwendet.

FSB 533 mit PC1066: Der rote Signalverlauf zeigt den FSB-Takt von rund 133 MHz (Quad pumped 533 MHz). PC1066-RDRAM (grünes Signal) läuft hier mit den korrekten 533 MHz (1066 MHz per DDR).

FSB 400 mit PC1066: Beim Betrieb eines Pentium 4 mit 400 MHz FSB und PC1066-RDRAM "untertaktet" der Chipsatz den Speicher auf 400 MHz (800 MHz per DDR, grünes Signal).

FSB 533 mit PC800: Der Betrieb von 533-MHz-FSB (rotes Signal) mit 400 MHz Speichertakt (grünes Signal, 800 MHz per DDR) wird von Intels i850E-Chipsatz unterstützt.

Inzwischen bestätigte Hans-Jürgen Werner, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Intel Deutschland, die Messergebnisse von tecCHANNEL. Der Chipsatz i850E arbeitet bei 400 MHz FSB maximal mit einem Speichertakt von 400 MHz, auch wenn PC1066-Speicher eingesetzt wird.

Bisher war schon fraglich, ob die von Intel offiziell nicht unterstützte PC1066-Speicherlösung in Zukunft überhaupt eine Rolle spielt. Wer will schon auf eine Technik setzen, für die der Chipsatz-Hersteller selbst nicht geradestehen will? Die Einschränkung auf Prozessoren mit 533 MHz FSB-Taktfrequenz macht den neuen Speicher noch uninteressanter.

Den ausführlichen Artikel zum i850E und zu PC1066-Speicher mit allen Testergebnissen finden Sie am 13. Mai bei tecChannel.de.

Den Test der Pentium-4-Prozessoren mit 533 MHz FSB-Taktfrequenz können Sie schon jetzt hier nachlesen. (cvi/mec)