Intel: Klare Absage an DDR400

Auf dem am Donnerstag beendeten IDF in San Jose haben Intel und Micron einem höheren Takt bei herkömmlichen DDR-Speichern eine klare Absage erteilt. Beide Unternehmen favorisieren DDR-II als neue Speichertechnologie.

Seit Januar wird das von VIA ausgerufene DDR400 heiß diskutiert. Bei einem realen Takt von 200 MHz, der über große Strecken durch Boards und Module geführt werden muss, sehen viele Ingenieure die Grenzen des technisch machbaren überschritten. Unklar war bisher auch, ob die JEDEC eine Spezifikation für DDR400 verabschieden würde. Dies ist laut Intel nun vom Tisch: DDR400 wird kein echter Standard werden.

Kein Standard: DDR400 wird nicht von der JEDEC abgesegnet.

Als Gründe führt Intel einmal mehr das enge Timing, die fehlende Terminierung auf den Chips (ODT, On-Die-Termination) und die geringe Ausbeute an. Dies erläuterte CTO Pat Gelsinger auch bereits im Interview mit tecCHANNEL.DE. Dennoch schlossen beide Unternehmen nicht aus, dass sich DDR400 als hochpreisige Technologie für Poweruser im Markt behaupten kann. Eine weite Verbreitung als Erstbestückung bei PCs sieht man jedoch nicht. DDR333 will Intel jetzt auch nach offizieller Lesart mit dem kommenden Chipsatz "Granite Bay" unterstützen.

In der folgenden Grafik ist die Entwicklung der Speicher-Standards dargestellt. Die Bandbreite ist dabei auf den Chip-Takt normalisiert. Wie sich zeigt, gab es bei jeder neuen Technologie genau drei Taktfrequenzen, was sich auch bei DDR-II wiederholen soll.

Immer nur drei: DDR400 tanzt aus der Reihe.

Keine Entwarnung gab es beim Zeitplan für DDR-II. Frühestens 2004 sieht Intel die Marktreife dafür. Damit bleibt DDR333, vorzugsweise mit zwei Kanälen, noch über ein Jahr lang die Speichertechnologie der Wahl für den Mainstream. (nie)