IDF: Intels "Banias" in Aktion

Intel hat in München erstmals seine kommende Notebook-CPU, Codename "Banias", als Prototyp demonstriert. Zudem gab Intel-Vize Anand Chandrasekher einige technische Details preis.

Banias ist Intels erstes CPU-Design seit dem 386SL, das von Grund auf für Notebooks entwickelt wurde - und auch der SL war ein 386-Derivat. Der Banias-Prozessor wurde erstmals auf dem Herbst-IDF 2001 angekündigt, den passenden Chipsatz "Odem" zeigte Intel dann im Februar 2002.Dabei kam aber ein Pentium 4 zum Einsatz.

In München war jetzt das "first silicon" des Banias zu bewundern. Laut Anand Chandrasekher wurde die erste lauffähige Version der CPU Anfang April fertig, und vier Stunden nach dem Einbau des Protoypen hätte man bereits vier verschiedene Windows-Versionen booten können.

Banias-Board: Voll mit Test-Anschlüssen, aber diesmal der richtigen CPU unter dem dem kleinen Kühler.

Das A0-Stepping des Banias absolvierte in München zwar keinen Boot-Vorgang, aber den 3DMark2001SE unter Windows XP - allerdings nur im Demo-Modus. Die sekundenschnelle Vorführung ließ auch keine Rückschlüsse auf Auflösung und Framerate zu. Darstellungsfehler und Abstürze waren jedenfalls nicht auszumachen, was für die erste Version einer neuen CPU zusammen mit so komplexer Software beachtlich ist. Beim anschließenden Foto-Termin für das neue Prozessor-Starlet war dann eine Intel-Mitarbeitern tunlichst bemüht, den Monitor schnell abzubauen.

Sei's drum: Banias kommt ohnehin erst 2003 auf den Markt, und bis dahin muss man sich mit den spärlichen Informationen begnügen, die Intel preisgibt. Chandrasekher nannte in München erstmals die Zahl von stattlichen 75 Millionen Transistoren für Banias. Was für einen stromsparenden Notebook-Prozessor nach einem recht hohen Gate-Count klingt, soll das "clock gating" des Banias wieder ausgleichen. Details dazu finden sich in einer früheren Meldung.

Die Taktfrequenz des Banias ist noch streng geheim, und das nicht ohne Grund. Auf dem IDF wird gemunkelt, dass sie so niedrig liegt, dass sich derzeit viele Intelianer über ein Vermarktungskonzept die Köpfe zerbrechen. Dank seiner eigenen Kampagne gegen AMDs Model Number hat sich Intel eine entsprechende Option hier selbst verbaut.

Banias alleine kann natürlich nicht die von Anand Chandrasekher entworfene Vision realisieren: Der Intel-Vize sprach vom Notebook, das so lange ohne Steckdose läuft, wie sein Benutzer wach ist. Bei den üblichen Arbeitszeiten von Intel-Vizepräsidenten wären da wohl schon 14 Stunden gefordert.

Um das zu erreichen, arbeitet Intel mit vielen anderen Firmen zusammen. Auf der Agenda stehen neue Batterie-Konzepte, darunter auch Brennstoffzellen und andere Spannungswandler für TFTs. (nie)