IDF: Intel will CPUs funken lassen

Mit einer visionären Keynote hat Intels Chief Technical Officer (CTO) Pat Gelsinger das Intel Developer Forum in San Francisco beendet. In Zukunft will der Halbleiter-Riese unter anderem alle seine Chips mit Funk ausstatten.

"Es wird eine Zeit kommen, in der eine Funkunterstützung auf jedem Intel-Chip zu finden sein wird. Damit wird drahtlose Kommunikation allgegenwärtig sein" sagte Gelsinger. Intel forscht bereits seit längerem an eigenen Funktechnologien und hatte die Idee des "Ad-hoc-Netzwerkes" bereits auf dem letzten IDF präsentiert.

Zeigte dort David Cullen von der Berkley Universität noch mit Hilfe des Publikums ein Netz aus 800 Nodes, war diesmal noch mehr Interaktion gefordert. Pat Gelsinger warf einen großen Wasserball ins Auditorium, den die Besucher sich gegenseitig zuspielen sollten. Da dieser Ball mit Bewegungssensoren für alle drei Dimensionen ausgestattet war, konnte man die Position des Balls auf einem PC verfolgen, dessen Bild auf der Leinwand zu sehen war.

Ball mit Intel Inside: Pat Gelsinger beim Aufschlag.

Laut Pat Gelsinger machen die Fortschritte bei "Micro Electro Mechanical Systems" (MEMS) die Miniaturisierung von Funk-Bausteinen und deren Integration in andere Halbleiter möglich. Für die praktische Anwendung entwarf Gelsinger die Vision eines Mobiltelefons in der Größe eines Ohrrings.

Ein neues Gadget: David Cullen (rechts) zeigt den Node des Ad-hoc-Netzes.

Eine weitere Säule der Entwicklung jenseits von noch mehr GHz ist bei Intel die photonische Siliziumforschung. Ziel sind nicht nur optische Netzwerke, sondern auch optische Verbindungen zwischen Chips - was letztendlich doch zu noch mehr GHz führen soll.

Dass das dafür mit verantwortliche Moore's Law des Intel-Mitbegründers Gordon Moore seine Gültigkeit verlieren könnte, wollte Pat Gelsinger noch nicht absehen: "Bis ich in 25 Jahren in Rente gehe, wird Moore's Law weiter Gültigkeit haben" sagte der Intel-CTO.

Alle Meldungen von der Frühlingsausgabe des IDF 2002 finden Sie in unserem 7-Tage-Rückblick. Für eines der nächsten IDFs muss man im Übrigen nicht nach Kalifornien reisen. Die europäische Ausgabe mit starkem Netzwerk-Schwerpunkt findet in diesem Jahr am 28. und 29. Mai 2002 erstmals in München statt. (nie)