IDF: Intel mag Napster

Auf der Suche nach immer neuen leistungshungrigen Anwendungen hat Intel das alte Peer-to-Peer-Computing neu für sich entdeckt. Dateien sollen nicht mehr von Servern zu Clients übertragen, sondern direkt zwischen den Rechnern ausgetauscht werden. Daneben will Intel auf dem IDF auch die Verteilung von Rechenzeit und Speicherplatz demonstrieren.

Am Donnerstag will Intel zeigen, wie sich Peer-Netzwerke im Stil der umstrittenen MP3-Tauschbörse Napster für den professionellen Einsatz eignen können. Vizepräsident Pat Gelsinger deutete gegenüber tecChannel aber bereits an, dass es nicht nur um die direkte Übertragung von Dateien geht.

Die häufig ungenutzte Rechenzeit von Desktop-PCs will Intel ebenfalls anderen Aufgaben im Netzwerk zuordnen - das macht das Projekt SETI@home seit Jahren vor. Daneben sollen freie Festplattenkapazitäten geteilt werden, um die klassischen Fileserver zu entlasten oder in kleinen Firmen überflüssig zu machen.

Berührungsängste mit dem populärsten Peer-Netzwerk hat Intel dabei nicht. Am Dienstag (Ortszeit) tauchte Napster sogar in der Präsentation von Intel-CEO Craig Barrett auf.

Vielleicht illegal, aber schön gemacht: Intel-CEO Craig Barrett führt Napster als gutes Beispiel für Peer-Netzwerke an.

Napsterdürfte sich darüber wider Erwarten schwarz ärgern: Stünde das junge Unternehmen nicht vor Gericht und in der Kritik von Musikern und Plattenfirmen, hätte Intel die Firma ob der interessanten Technologie sicher längst aufgekauft. Für Intel ist Peer-to-Peer-Computing aus zweierlei Hinsicht interessant. Zum einen arbeitet Napster durchaus mit Servern, die aber nur die gerade verfügbaren MP3-Titel verwalten. Und zum anderen rechtfertigt eine Verteilung von Rechenzeiten einmal mehr die Anschaffung schnellerer PCs für Unternehmen - immer vorausgesetzt, die Technik, die Intel zeigen will, funktioniert auch so reibungslos wie die von Napster. (nie)