IDF: Grösstes Ad-hoc-Netz der Welt

Auch ohne neues Megahertz-Rennen begann das IDF (Intel Developer Forum) in San Jose am Montag (Ortszeit) mit einem Rekord. In Minuten zauberte Intel mit rund 800 Nodes das größte Ad-hoc-Netzwerk der Welt in das Civic Auditorium.

Intel-Vize David Tennenhouse hielt mit seiner Vision vom "Proactive Computing" eine flammende Rede für den intelligenten Computer. Er soll unter strenger Kontrolle seines Users dem Menschen in vorauseilendem Gehorsam Aufgaben abnehmen.

Als Mittel dienen drahtlose Netzwerke, die sich selbst installieren und beispielsweise Messwerte übermitteln. Die winzigen Nodes lassen sich etwa bei Waldbränden aus dem Flugzeug abwerfen, nehmen Verbindung auf und übermitteln die Temperatur. Fällt ein Teil des Netzes aus, kann man über GPS orten, an welcher Stelle es brennt. Auch ein digitales Spurenlegen für abgelegene Gegenden sieht man als Anwendung. Wenn die Strecke mit genügend Nodes markiert ist, kann ein Fahrzeug ihr leicht folgen.

Was reichlich abgehoben klingt, konnte Intel mit Unterstützung der Berkeley-Universität schon demonstrieren. Unter den Sitzen der Zuhörer hatte man markstückgroße Gerätchen montiert, die im Handumdrehen ein drahtloses Netz bildeten. Eine rote LED wurde von einem Gerät zum anderen eingeschaltet - oder auch per Befehl bei allen gleichzeitig.

Mini-Node: Die Platine ist so groß wie ein Markstück, ein Draht dient als Antenne. Eine 2032-Knopfzelle liefert den Strom.

Nach diesem Prinzip arbeitete vor drei Jahren in Deutschland schon das gefloppte Teenager-Spielzeug Flirtgetty. Das Intel-Gadget funktioniert jedoch mit TCP/IP, die Sensoren hat man sich wohl aus Kostengründen gespart.

Dass es sich dennoch um ein echtes Netz handelt und nicht nur um eine Fernsteuerung der LED, bewiesen die Gadgets im weiteren Verlauf des Tages. Je mehr davon sich an einem Ort befinden, umso schneller blinken die LEDs. Die Reichweite scheint rund 20 Zentimeter zu betragen. Falls es doch mehr sind, kann Intel weltweit alle IDF-Teilnehmer lokalisieren, die das Gerät als Souvenir mit nach Hause nehmen. (nie)