IBM-Projekt Eliza: Server managen sich selbst

IBM startet mit Eliza eigenen Angaben zufolge eines der ehrgeizigsten Projekte seiner Firmengeschichte. Mit Milliardeninvestitionen will Big Blue in den nächsten Jahren Server entwickeln, die sich selbst managen.

Die Vision des Konzerns gleicht einem Science-Fiction-Szenario: Server-Farmen sollen sich nahezu ohne menschliches Zutun selbst vor Hackern schützen, bei Bedarf Softwareupdates aufspielen und Systemabstürze selbst kurieren. IBM trägt dabei dick auf. In einer Pressemitteilung vergleicht das Unternehmen sein Eliza-Projekt mit dem US-Weltraumprogramm.

Im Zeichen der Eidechse: das IBM-Projekt Eliza.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wird IBM in den nächsten Jahren 25 Prozent des Forschungsetats in das Projekt pumpen. Finanzielle Details gab IBM jedoch nicht bekannt. Ein Anhaltspunkt: Im Jahr 2000 investierte Big Blue insgesamt 5,15 Milliarden US-Dollar in die Forschung und Entwicklung. Man darf daher von Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe ausgehen.

IBM stellt für das Projekt seine besten Köpfe ab. Mehrere Hundert Forscher sollen in weltweit fünf Stützpunkten, darunter auch Böblingen, Eliza vorantreiben. Unter dem Dach der Initiative läuft auch der Supercomputer Blue Gene, der in der Genforschung zum Einsatz kommen soll.

Der Name Eliza ist die Kurzform von E-Lizard (Lizard = Eidechse). Er stammt noch aus den Zeiten des legendären Schachcomputers Deep Blue, der 1997 den damaligen Weltmeister Garri Kasparow in einem Aufsehen erregenden Turnier besiegte. Von den Rechenoperationen pro Sekunde her gleicht der Computer angeblich der Gehirnleistung einer Eidechse. (jma)