Studie von Initiative D21

Herzlichen Glückwunsch, Sie sind kein digitaler Außenseiter!

Wenn Sie diese Zeilen lesen können, sind Sie klar im Vorteil. Einer Studie der Initiative D21 zufolge gehören nämlich 35 Prozent der deutschen Bevölkerung zur Gruppe der "digitalen Außenseiter", weitere 30 Prozent zu den "Gelegenheitsnutzern". Nur 26 Prozent seien in der digitalen Alltagswelt angekommen.

Zunehmend verlagerten sich Kommunikation und wirtschaftliches Handeln, aber auch politische Willensbildung und -äußerung ins Internet. Zwar seien laut (N)ONLINER Atlas 2009 knapp 70 Prozent der Deutschen online, meldet die Initiative D21, aber für nur 26 Prozent der Bevölkerung seien die digitalen Medien fester Bestandteil des täglichen Lebens.

Dass aber eine große Mehrheit der Deutschen nicht an den sich durch die digitalen Techniken eröffnenden Möglichkeiten partizipiere, zeige erstmals die Studie "Digitale Gesellschaft in Deutschland - Sechs Nutzertypen im Vergleich", für die TNS Infratest 1014 Personen deutschlandweit befragt hat. Die Typologie zeigt demnach auf, dass mit 35 Prozent digitalen Außenseitern und 30 Prozent Gelegenheitsnutzern eine deutliche Mehrheit der deutschen Bevölkerung entweder gar nicht oder nur bedingt an einer digitalen Gesellschaft teilhat.

Der digitale Außenseiter: So visualisiert die Initiative D21 diesen Anwendertyp.
Der digitale Außenseiter: So visualisiert die Initiative D21 diesen Anwendertyp.

"Wir sprechen bereits seit geraumer Zeit von einer digitalen Gesellschaft, sehen aber anhand der jetzt vorliegenden Ergebnisse recht deutlich, dass in Deutschland ein Großteil noch nicht darin angekommen ist", sagt D21-Vorstand Ulrich Hermann. Diese Teilung der Gesellschaft in Teilnehmer und Nichtteilnehmer an den neuen Informations- und Kommunikationstechniken und ihren Möglichkeiten sei angesichts des einhergehenden Strukturwandels für eine Wissensgesellschaft das zentrale Zukunftsproblem, deren Lösung sich auch die Enquete-Kommission im Deutschen Bundestag annehmen müsse.

Diese neue Digitale Spaltung zieht sich laut Studie nicht mehr ausschließlich entlang einer Ausstattungsgrenze, sondern definiert sich im Hinblick auf Kompetenz, Wissen, Nutzungsvielfalt und -intensität sowie die Einstellung gegenüber digitalen Medien. (Computerwoche/mec)