Großer Bruder

Neue Linux-Distributionen und kein Ende - der amerikanische Anbieter Caldera hatte mit "Open Linux 2.3" bisher nur eine reine Desktop-Variante im Angebot. Rechtzeitig zur diesjährigen CeBIT stellte der Anbieter aus Utah nun unter dem Namen "Open Linux eServer 2.3" den "großen Bruder" dieses Systems vor - ein für den Serverbetrieb optimiertes Linux.

Von: Frank-Michael Schlede

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Die meisten Anbieter von Linux-Distributionen versuchen ihre Betriebssysteme für möglichst viele Einsatzmöglichkeiten auszulegen. Das führt beispielsweise dazu, dass eine Suse-Distribution heute mit sechs CDs ausgeliefert wird und bei der Installation eine große Anzahl von unterschiedlichen Optionen für die verschiedenen Einsatzzwecke des Systems zur Verfügung stellt.

Ein gewisser Wandel setzt jedoch bereits ein: So werden einige Linux-Systeme wie beispielsweise "Corel-Linux" oder "easyLinux" nur und speziell als Desktop-Betriebssysteme ausgeliefert, die dann in direkte Konkurrenz zu den Windows-Installationen treten sollen. Aber auch für den Serverbetrieb werden nach und nach spezielle Linux-Distributionen vorgestellt. Red Hat brachte erst kürzlich eine so genannte "Professinal"-Version des eigenen Red Hat Linux 6.1 auf den Markt, und Caldera zieht nun mit dem "Open Linux eServer 2.3" nach.

Die Caldera-Software ist im Moment nur in einer amerikanischen Version erhältlich, die aber in unserem Test keinerlei Probleme mit der deutschen Tastatur oder gar der Darstellung der Umlaute zeigte. Das System baut auf einen 2.2.14-Kernel auf, der laut Angaben von Caldera speziell für den Betrieb auf Pentium-III- und kompatiblen Systemen optimiert wurde. Bei diesem kurzen Review war es uns jedoch nicht möglich, diese Behauptung zu überprüfen. Allerdings ist nicht unbedingt als Optimierung zu bezeichnen, wenn das System standardmäßig auch auf einem Single-Prozessor-System ohne weitere Nachfrage oder einen Hinweis immer mit dem SMP-Kernel (Symmetric Multiprocessing) installiert wird, der speziell für den Multiprozessorbetrieb entwickelt wurde. Diese Problematik tritt auch bei den Desktop-Versionen von "Open Linux" auf.