GPU als Co-Prozessor

Grafikkarte soll Anti-Viren-Scans beschleunigen

Nvidia möchte Anti-Viren-Programme mit zusätzlicher Rechenpower unterstützen. Möglich machen soll das die CUDA-Schnittstelle, über die Grafikkarten als eine Art Co-Prozessor arbeiten können.

Virenscans erzeugen eine hohe Anzahl von parallelen Prozessen. Diese seien perfekt für die Berechnung durch Grafikkarten, so Sanford Russell, Nvidias General Manager für CUDA gegenüber der Webseite Fudzilla. Das Akronym steht für Compute Unified Device Architecture. Nvidia bietet damit eine Programmierschnittstelle, über die Anwendungen Prozesse mit Hilfe einer oder mehrerer GPUs berechnen lassen können. Vereinfacht gesagt können Programme die Rechenleistung der Grafikkarte so als Co-Prozessor nutzen.

Einige Programme greifen bereits auf diese normalerweise brach liegenden Ressourcen zurück. So nutzen beispielsweise das Seti@Home-Projekt CUDA zur Berechnung, Adobe Photoshop CS4 kann die Rechenleistung beim Anwenden von Filtern einsetzen. Ein weiteres Anwendungsfeld ist beispielsweise eine Brute-Force-Attacke auf Passwörter. CUDA ist bereits weit verbreitet. Jede Nvidia Grafikkarte ab der Geforce8 und ab der Quadro FX 5600 unterstützt den zusätzlichen Befehlssatz.

Natürlich stehen für Nvidia nicht nur sichere PCs im Vordergrund. „Nahezu jeder Windows-PC besitzt einen Anti-Viren-Schanner“, so Sandford Russel. Würden alle diese Scanner auf CUDA setzen, wäre das ein großer Durchbruch für die Nvidia-Technologie. Sollte es der Grafikkartenfirma gelingen, Virenscans merkbar zu beschleunigen, könnte das ein starkes Verkaufsargument sein. Mehr zu den technischen Hintergründen von CUDA finden Sie hier bei unserer Schwesterzeitschrift Gamestar. (mja)