Geldmangel führt zu Innovationen

Drahtlose Netzwerke werden in verschiedensten Branchen eingesetzt: Außer Kliniken und Logistikunternehmen gehören Universitäten und Bildungseinrichtungen zu den Anwendern der ersten Stunde. Inzwischen wurden einige große Inhouse- und Outdoor-Installationen realisiert, Folgeprojekte sind in Arbeit.

Von: Hartmut Lüerssen

Wenn es darum geht, Geld für die IT-Umgebung einzusparen, sind Universitäten und andere Bildungseinrichtungen sehr einfallsreich. Weil sich mit den Budgets meist keine großen Sprünge machen lassen, schnallen die Verantwortlichen notgedrungen den Gürtel eng und suchen nach kostengünstigen Lösungen. Durch ihre Experimentierfreudigkeit gehören sie dabei immer wieder zu den "Early Adoptern" neuer Techniken und leisten durch diese Vorreiterrolle einen wichtigen Beitrag zu deren Marktdurchdringung. Der Siegeszug von Linux in den Unternehmensnetzen nahm seinen Ursprung in den Universitäten, Wireless LANs (WLANs) könnten in die Fußstapfen des Open-Source-Betriebssystems treten.

Die Funkzellen bilden eine logische Benutzergruppe.

An der Universität Rostock läuft das laut Technik-Lieferant Cabletron derzeit größte Wireless-LAN-Projekt Europas: "Wireless Infrastructure for Students and Staff" (WISS). Die Ziele sind ehrgeizig: Bis zu 5000 Nutzer sollen drahtlos auf das Intranet der Uni zugreifen können, seit April ist die erste Ausbaustufe am Netz. Mit der Datenfunk-Installation wollten die IT-Verantwortlichen gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die PC-Arbeitsplätze in den Rechner-Pools reichen schon lange nicht mehr aus, einige der Gebäude stehen unter Denkmalschutz, so dass bauliche Veränderungen für eine strukturierte Verkabelung nicht Frage kommen. Außerdem galt es, eine Lösung zu finden, die sowohl die Finanzierungskosten für das Bildungsministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern niedrig hält als auch für die Benutzer eine kostenlose Kommunikationsplattform bietet, den Kauf der WLAN-Client-Karte ausgenommen.