Funknetze als schnelle Brücke ins Datennetz

Mit Wireless LAN, Bluetooth und UMTS sind schnelle drahtlose Datenübertragungstechniken auf den Plan getreten, die auf den ersten Blick auf mehreren Feldern miteinander konkurrieren - eine falsche Einschätzung, wie sich bei genauer Betrachtung zeigt.

Von: Matthias Brünen

Die Unterschiede in Bezug auf Geschwindigkeit und Qualität, die zwischen Mobilfunksystemen und lokalen Netzen bestehen, werden dem Nutzer vor allem dann bewusst, wenn der den Schreibtisch im Büro gegen einen mobilen Arbeitplatz eintauscht. Der User steht dann vor einem weiteren Problem: Es ist alles andere als einfach, Notebook, Drucker und Mobiltelefon miteinander zu verbinden. Entweder muss der Anwender mit Datenkabeln herumhantieren oder Infrarot-Schnittstellen einsetzen, die einen ständigen "Sichtkontakt" zwischen den Geräten erfordern.

Der Nutzer hat von öffentlichen Plätzen aus Zugang zum Internet und dem Firmennetz.

Einen größeren Komfort und höhere Datenraten versprechen folgende Techniken:

- Bluetooth, eine Funkübertragungstechnik für kurze Entfernungen,

- Wireless LANs sowie

- das Universal Mobile Telecommunications System (UMTS).

Um akzeptable Datenraten zu bieten, greift UMTS auf zwei Verfahren zurück: Code Division Multiple Access (CDMA) und IPv6. Durchsatzraten von bis zu 2 MBit/s erlauben es, in begrenztem Umfang auch Multimedia-Inhalte zu übertragen, etwa Filme im MPEG-1-Format oder Sprache in Form von Paketen (Voice over IP). Die Mobilfunknetze der dritten Generation (3G) läuten einen Prozess ein, an dessen Ende die Integration von Daten- und Sprachdiensten auf Basis des IP-Protokolls stehen wird.

Die Grundlagen für mobile IP-Anwendungen wurden mit der GPRS-Technik (General Packet Radio Service) gelegt, die eine paket-orientierte Datenübertragung vorsieht. Die Internet Engineering Task Force (IETF) hat zudem mit den Mobile-IP-Standards bereits das Mobilitätsmanagement für IP-Dienste definiert (siehe Ticker "Mobilitätsmanagement bei Mobile IP"). Im Zusammenhang mit der Mobilkommunikation spielt vor allem eine Eigenschaft der Version 6 des Internetprotokolls eine zentrale Rolle: Pakete lassen sich bei IPv6 priorisieren. So können beispielsweise Daten, die Teil einer Videoübertragung oder einer Sprachverbindung sind, Vorrang gegenüber E-Mails erhalten.

In den Mobilfunknetzen wird es letztlich zu einer Konvergenz der Dienste kommen, weil dann auch Sprache in Form von Paketen über IP-Netze transportiert wird. Die Mobilnetzbetreiber tauschen diese Informationen über so genannte GPRS Roaming Exchanges aus. Diese GRX sind im Prinzip Virtuelle Private Netze (IP-VPN). Solche Netze, allerdings auf Basis von IPv4, bieten viele Betreiber weltweiter IP-Netze bereits heute ihren Kunden an. Somit hat UMTS das Potenzial, die "Mobilitätslücke" bei der Daten- und Sprachkommunikation zu schließen.