Fraunhofer erhält Patent für unsichtbare Videowasserzeichen

Die Fraunhofer-Gesellschaft hat jetzt ein Patent des Europäischen Patentamts für ein neuartiges "Verfahren zum Versehen von Bild- oder Videodaten mit einem digitalen Wasserzeichen" erhalten.

Der Vorteil der Fraunhofer-Lösung ist es, so Stefan Thiemert, einer der Erfinder am Darmstädter Fraunhofer-Institut für integrierte Publikations- und Informationssysteme, "dass der Benutzer die Technik so konfigurieren kann, dass die von ihm benötigte Kapazität erreicht wird, ohne dass die Transparenz und die Robustheit des Wasserzeichens leiden."

Funktionsweise: Schema der Videowasserzeichen-Kodierung von Fraunhofer. (Grafik: Fraunhofer)
Funktionsweise: Schema der Videowasserzeichen-Kodierung von Fraunhofer. (Grafik: Fraunhofer)

Damit sind die drei Eckpunkte genannt, zwischen denen sich eine brauchbare Wasserzeichentechnologie bewegen muss:

  • Es müssen sich die notwendigen Daten in das Ausgangsmaterial einbetten lassen, also beispielsweise eine Kundennummer.

  • Das Wasserzeichen muss unsichtbar – transparent – bleiben.

  • Es darf sich nicht ohne Qualitätsverluste der Videobilder wieder entfernen lassen.

"Genau das haben wir mit unserem Ansatz erreicht", betont Thiemert. Hochkompliziert sei die Vorgehensweise, deren grundsätzliche Beschreibung in der Patentschrift mehrere Seiten benötigt. Im Grundsatz werden Bildbereiche von JPEG- oder MPEG-Bildern mit hohem Informationsgehalt identifiziert, die dann so minimal verändert werden, dass die Unterschiede für das menschliche Auge nicht sichtbar sind. Dennoch kann der Besitzer der Dekodierungssoftware und des passenden Wasserzeichenschlüssels die Information wieder auslesen und beweisen, dass ein Bild ursprünglich von ihm mit Wasserzeichen versehen wurde.