Männer nutzen freche Sprüche bei Gehaltsverhandlungen

Frauen verkaufen sich schlechter als männliche Kollegen

Weibliche Fachkräfte verkaufen ihre Fähigkeiten schlechter als ihre männlichen Kollegen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des IT-Schulungsunternehmens Training Camp.

Mehr als die Hälfte der Frauen glaubt, dass sie ihre erworbenen Qualifikationen durch Zertifikate belegen müssen. Männer hingegen verlassen sich einfach auf ihr verbales Verkaufstalent, um neue Projekte oder Positionen zu bekommen.

Laut der Studie gehen 60 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen davon aus, dass Arbeitgeber zu sehr auf formale Qualifikationen schielen und sich nicht auf detailliertes Branchenwissen verlassen. Das ist der Grund, warum sich die Frauen für eine Weiterbildung entscheiden. Zudem sind 35 Prozent davon überzeugt, mit Hilfe einer anerkannten Zertifizierung in einer Schlüsseltechnologie ihre Gehälter um bis zu 40 Prozent steigern zu können.

54 Prozent der weiblichen Fachkräfte glauben, dass es wichtig ist ihre erworbenen Qualifikationen durch Zertifikate zu belegen.
54 Prozent der weiblichen Fachkräfte glauben, dass es wichtig ist ihre erworbenen Qualifikationen durch Zertifikate zu belegen.

"Ein zunehmender Fachkräftemangel bedroht die IT-Industrie. Frauen können eine Schlüsselrolle spielen, um diese Lücke zu füllen", sagt Robert Chapman, Geschäftsführer von Training Camp. Trotz der zahlreichen Initiativen, die die IT-Branche für Frauen attraktiver mache, seien weibliche IT-Fachkräfte der Ansicht, dass sie es verhältnismäßig schwer haben.

Der Analyse zufolge deckt sich das Ergebnis mit dem des aktuellen Branchenbarometers des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Dabei ist herausgekommen, dass nur wenige junge Studentinnen an der Hochschule ein technisches Fach belegen. Der Frauenanteil in Deutschland ist nur halb so hoch wie im EU-Durchschnitt. Für die Untersuchung befragte Training Camp 270 Teilnehmerinnen von IT-Schnell-Lernkursen. (CIO / ala)