Warum Unternehmen mit dem Konzept scheitern

Falle Fachkarriere?

Die Fachkarriere scheint ein idealer Weg für IT-Experten zu sein, ohne Personalverantwortung aufzusteigen. Für einige ist es jedoch eine Karriere zweiter Klasse.

In die Führung gehen? Nee, lieber nicht. Immer weniger Experten haben Lust darauf, Personalverantwortung zu übernehmen, wie einschlägige Studien herausgefunden haben. Das betrifft vor allem die Jüngeren, die sich lieber mit einer spannenden Aufgabe befassen, anstatt sich mit für sie lästigen Personalgesprächen und anderen Führungsaufgaben herumzuschlagen.

In der Karrierefalle

Unbenommen bleibt es jedem selbst überlassen, ob er Karriere machen möchte oder nicht. Nur offenbart sich genau hier der Kern des Problems: Ohne Personalverantwortung zu übernehmen, klettert ein Experte nicht die Karriereleiter hinauf. Das schlägt sich vor allem im Gehalt nieder, aber auch in der unternehmensinternen Anerkennung. In etlichen Firmen gilt: Wer nicht führt, gilt nicht als erfolgreich. Ganz egal, ob derjenige zufällig der Top-IT-Experte auf seinem Gebiet ist.

Armin Trost, Professor für Personalmanagement an der Hochschule Furtwangen.
Armin Trost, Professor für Personalmanagement an der Hochschule Furtwangen.
Foto: Armin Trost

Schnell ist eine Spitzenkraft frustriert, wenn sie jahrelang auf der Karrierestelle tritt. Oft sehen sich diese Mitarbeiter vor die Entscheidung gestellt: Entweder man wechselt das Unternehmen - oder beugt sich dem Druck und übernimmt widerwillig Personalverantwortung. Beides kann für eine Organisation von Nachteil sein. Schließlich wollen Firmen gerade Fachpersonal halten - aber mit unwilligen Führungskräften ist auch keinem geholfen.

Ist die Fachkarriere die Lösung?

Als Ideallösung erscheint die Fachkarriere auf den Schirmen vieler Personaler und IT-Spezialisten. Die Fachkarriere ermöglicht es, zwei Karrierelaufbahnen in einem Unternehmen etablieren, die gleichwertig sind - so denken zumindest viele Personalleiter. Aber ist das wirklich so, kann eine Fachkarriere eine "richtige Karriere" ersetzen?

Jein. Oft hake es an der Umsetzung, meint Armin Trost, Professor für Personalmanagement an der Hochschule Furtwangen und Coach für Personalleiter in einer Unternehmensberatung. Er forscht an der Fachkarriere und sieht bei Unternehmen zwei Stoßrichtungen, warum eine Fachkarriere etabliert wird. Nur eine davon sei wirklich sinnvoll.