Ethernet fürs Citynetz

Der Reigen der Gremien, die sich mit Spezifikationen für Ethernet beschäftigt, ist um ein weiteres Mitglied angewachsen. Das "Metro Ethernet Forum", kurz MEF, will jedoch keine Normen erarbeiten, sondern vielmehr dazu beitragen, die ehemals im LAN beheimatete Technik in Citynetzen hoffähig zu machen.

Von: Bernd Reder

Es zeichnet sich immer klarer ab, dass Ethernet den Sprung über die Grenzen des lokalen Netzes geschafft hat und den Vormarsch in neue Gefilde angetreten hat, etwa den Zugangsbereich - Stichwort Ethernet in the First Mile (EFM) - oder das Metropolitan Area Network (MAN). Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der wachsenden Zahl von Gremien und Konsortien wider, die sich dem Thema "Highspeed-Ethernet" verschrieben haben (siehe Kasten). Speziell auf den Einsatz dieser Technik in Citynetzen konzentriert sich ein neuer Vertreter dieser Gattung: das "Metro Ethernet Forum" (MEF).

Das Marktforschungsinstitut RHK erwartet einen drastischen Zuwachs des Datenverkehrs in Metropolitan Area Networks.

"Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zu etablierten Gruppierungen wie dem LAN/MAN Standards Committee des Institute of Electrical and Electronics Engineers oder der 10 Gigabit Ethernet Alliance", sagt Nan Chen, Direktor Produktmarketing bei der US-Firma Atrica und Präsident des MEF. Das Forum wolle vielmehr darauf hinarbeiten, dass Ethernet und darauf basierende Dienste in Metronetzen eine stärkere Verbreitung fänden. Die Grundlage dafür bilden optische Netze. Die Services sollen durchgängig, also "Ende zu Ende" zur Verfügung stehen.

Laut Nan Chen gibt es bislang keine allgemein verbindlichen Definitionen von End-to-End-Ethernet-Diensten. Jeder Serviceprovider verfolgt diesbezüglich seine eigenen Strategien und setzt "handgestrickte" Services auf.

Das Resultat der Arbeiten soll ein Referenzmodell für Metro-Ethernet sein, das technische Details inklusive Leistungswerte sowie Verfahren für das Netzwerk- und Servicemanagement enthält. Zusätzlich will das MEF Verfahren entwickeln, mit deren Hilfe sich prüfen lässt, ob die Dienste unterschiedlicher Anbieter interoperabel sind.