eServer p5: IBMs neue Unix-Maschinen

Zwei Jahre Arbeit und 500 Millionen Dollar hat IBM in die Entwicklung seiner neuen p5-eServer gesteckt. Schnelle Power5-CPUs und Mainframe-Features wie Mikro-Partitionierung sollen die Midrange-Systeme attraktiv machen.

Totgesagte leben bekanntlich länger. Das gilt nicht zuletzt auch für Unix im klassischen Unternehmenseinsatz. In einem kürzlich veröffentlichten Report für das erste Quartal 2004 nennen die Marktforscher von IDC IBM als den Hersteller, der von allen großen Unix-Anbietern die höchsten Zuwächse aufweist - im achten Quartal in Folge. Allein im Vergleich zum Vorjahr hat IBM seinen Marktanteil um 15 Prozent gesteigert.

Herzstück: Die in 0,13-Mikron-SOI-Technik gefertigten Power5-CPUs integrieren gut 270 Millionen Transistoren auf dem Die. (Bild: IBM)
Herzstück: Die in 0,13-Mikron-SOI-Technik gefertigten Power5-CPUs integrieren gut 270 Millionen Transistoren auf dem Die. (Bild: IBM)

Diese Position versucht Big Blue jetzt mit einer neuen Generation seiner eServer pSeries auszubauen. Mit schnellen Power5-CPUs und Mainframe-Features bei Ausfallsicherheit und Skalierbarkeit sollen die Systeme ein bis zu 40 Prozent besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten als die p690 mit ihren Power4-Prozessoren. Den Unternehmen verspricht IBM eine optimale Auslastung des Systems und Verteilung der zur Verfügung stehenden Rechenleistung. Die soll die Flexibilität erhöhen und die IT-Kosten senken. Dabei bleiben die p5-Systeme komplett kompatibel zur bestehenden pSeries-Generation.

Die neuen eServer-p5-Modelle sind mit bis zu 16 Power5-Prozessoren ausgestattet, in den nächsten Monaten will IBM auch noch wesentlich größere Systeme zur Verfügung stellen. Die neuen Rechner gehören zu den leistungsstärksten und am besten skalierbaren Unix-Systemen, so der Hersteller. Mit nur einem Viertel der Prozessoranzahl sollen sie laut IBM ähnlich schnell sein wie die Produkte der Konkurrenz.

So erreicht ein p5-570 mit 16 Prozessoren im TPC-C Benchmark einen Wert von 809.114 tpm/C. Lediglich HPs Superdome mit 64 Itanium-2-CPUs und IBMs p690 mit 32 Power4+-CPUs liegen mit rund 1.000.000 tpm/C in der offiziellen TPC-Rangliste noch über dem p5-570 - allerdings zu deutlich höheren Kosten pro Transaktion. In den Wochen vor dem eServer-p5-Launch am 13. Juli 2004 sollen die neuen Server zudem bereits Benchmark-Rekorde für Filesharing, Java-Performance und Unternehmensanwendungen wie ERP gebrochen haben. Die offiziellen Zahlen finden Sie bei Interesse auf der p5-Benchmark-Website von IBM.