Erste Details zu Intels Foster

Aus einem internen Intel-Dokument gehen zahlreiche Details über einen derzeit unter dem Codenamen "Foster" entwickelten Prozessor hervor. Die Server-Version des Pentium 4 wird so unter anderem mit DDR-Chipsätzen kommen und bis zu 1 MByte L3-Cache auf dem Die haben.

Intel wollte auf Anfrage, treu der Firmenpolitik, zu dem Dokument nicht Stellung nehmen. Zuvor hatte ein Leser der britischen News-Site The Register das Papier auf einem Intel-Server entdeckt.

Foster ist der Codename für Intels Version des Pentium 4 für Server und Workstations. Wenige Wochen vor der Markteinführung von Intels erster 32-Bit-CPU mit der NetBurst getauften Architektur, über die tecChannel bereits berichtete, ist nun auch klar, wie die Zukunft für Foster aussieht.

Dem Dokument zufolge wird Foster in zwei grundsätzlich unterschiedlichen Versionen erscheinen. Zunächst ist für das erste Halbjahr 2001 eine Standard-Version von Foster mit 1,4 GHz geplant, die auf dem Kern des Pentium 4 basiert. Sie wird, wie die bisherigen Server-Versionen des Pentium III, unter dem Markennamen Xeon erscheinen.

Diese Version des Foster kann nur mit zwei CPUs in einem Rechner arbeiten, die von Intels Chipsatz "Colusa" gesteuert werden. Er soll mit bis zu 4 GByte Rambus-Speicher oder SDRAM zurecht kommen und 64-bittige PCI-Slots mit 33 und 66 MHz Takt unterstützen.

Pentium 4: Nur sein grosser Bruder "Foster" eignet sich für Multiprocessing.

Der zweite Foster soll kurz nach der Dual-Version ebenfalls in den ersten Hälfte des kommenden Jahres erscheinen. Als wichtigste Neuerung soll der "Foster MP" (Multi-Processing) über 512 KByte oder 1 MByte L3-Cache auf dem Die verfügen. Dass das machbar ist, hat Intel vor kurzem mit den neuen Xeons (Cascades) bewiesen: Dort wurde ein Coppermine-Kern kurzerhand mit 1 oder 2 MByte L2-Cache ausgestattet. Der Ansatz des Foster MP ist jedoch anders: Der L2-Cache von 256 KByte aus dem Pentium-4-Design bleibt unverändert, für mehr Performance soll ein L3-Cache sorgen - ähnlich dem Itanium. Bleibt nur zu hoffen, dass Foster MP nicht auch die Probleme des Itanium bei der Anbindung dieses L3-Cache erben wird.

Ein massiver Kursschwenk im Hause Intel zeigt sich bei den Chipsätzen, die den Foster MP antreiben sollen. Für den i870 mit bis zu acht Foster MP ist neben SDRAM erstmals bei Intel auch DDR-SDRAM vorgesehen, und zwar bis zu 64 GByte. Für derart große Server ist auch schnelles I/O gefragt: PCI-X mit 64 Bit und 133 MHz oder Intels eigenes Infiniband sollen es werden.

Wenn's auch eine Nummer kleiner geht, hat Intel ServerWorks (vormals als Reliance bekannt) als Chipsatz-Lieferanten auserkoren. Deren als "Grand Champion" gehandeltes Chipset für vier Foster MP mit 512 KByte L3-Cache soll ebenfalls DDR-SDRAM unterstützen, aber nur 32 GByte. Als I/O-System ist hier PCI-X geplant.

Allen Fosters gemein ist, dass sie in einem neuen Sockel mit 603 Pins statt den 423 Pins eines Pentium 4 Platz finden werden. Außerdem sollen sie über eine bisher noch unbekannte Technologie namens "Jackson" verfügen, die Mulithreading besser unterstützen soll. Erst per Multithreading können derzeit schon Betriebssysteme und Anwendungen von mehreren CPUs profitieren. Wie Foster hier Verbesserungen erzielen will, ist noch ungeklärt.

Aus dem unautorisierten Dokument geht auch hervor, warum Intel verschiedene Versionen für Foster zusammen mit massiver Unterstützung an Chipsätzen plant: Der Pentium 4 wird vorerst keine Unterstützung für Multiprocessing bieten. (nie)