Medienbericht

Erhebliche Störungen bei Internet-Telefonie der Telekom

Rund drei Millionen Anschlüsse der Deutschen Telekom verwenden schon nur noch das Internet Protocol. Beim Telefonieren gibt es einem Medienbericht zufolge derzeit "anhaltende und massive Störungen".

VoIP-Kunden der Telekom klagten wieder erneut über wiederholte und langandauernde Ausfälle des Dienstes, schreibt "Heise Online". Immer wieder träten großflächige Störungen auf, betroffene Kunden seien stundenlang nicht im Festnetz erreichbar. Eine dauerhafte Lösung suche die Telekom noch.

Die Telekom kann demnach derzeit nicht sagen, welche und wie viele Kunden von den immer wieder auftretenden Störungen der IP-Telefonie betroffen sind. Eine Übersicht über Meldungen und betroffene Gebiete ist bei allestörungen.de verfügbar. Auf Facebook und Twitter widersprechen aufgebrachte Kunden den Erledigtmeldungen des PR-Teams. Ruft man die Störungsstelle an, erhalten Kunden mit IP-Telefonanschluss per Ansage den üblichen First-Level-Rat, den Router zwei Minuten lang vom Strom zu trennen und dann neu zu starten.

Überdimensionaler Ethernet-Stecker auf dem CeBIT-Stand der Telekom 2014
Überdimensionaler Ethernet-Stecker auf dem CeBIT-Stand der Telekom 2014
Foto: Thomas Cloer (CC BY-SA 2.0)

Die Störungen treten dem Bericht zufolge bundesweit auf, allerdings ist der Anteil der betroffenen Kunden schwer abzuschätzen. Die Probleme manifestieren sich dadurch, dass der für das Telefonieren über das Internet unverzichtbare SIP-Server nicht erreichbar ist; das steht dann auch im Error-Log des Routers. Die Redaktion von "Heise Online" fand bei Stichproben keinen einzigen Telekom-Anschluss, in dessen Fehlerlog keine stundenlangen Ausfälle der IP-Telefonie auftauchten.

Laut Telekom-Sprecher Markus Jodl sind "Kommunikationsstörungen zwischen den Netzelementen" die Ursache der Probleme: "Die Folge waren Registrierungsverluste bei der IP-Telefonie". Internetzugang und IPTV ("Entertain") sind nicht betroffen. Jodl zufolge hat die Telekom gemeinsam mit dem Netzausrüster Ericsson Ericsson eine Taskforce gebildet. Man arbeite im Schichtbetrieb daran, das Problem endgültig zu lokalisieren und zu beheben.

Bis 2018 will die Telekom alle 18 Millionen Anschlüsse auf IP-Telefonie umgestellt haben. Die Probleme bei der IP-Telefonie bestätigen nun aus Sicht der "Heise-Online"-Kollegen die Vorbehalte, die viele Kunden immer noch gegenüber VoIP-Diensten haben. Verlören sie das Vertrauen in die neue Technik, könnte das den Umstieg in den kommenden vier Jahren stark erschweren, heißt es weiter. (mje)