Epox warnt: Keine alten AGP-Karten in 845-Boards!

Der taiwanische Mainboard-Hersteller Epox warnt dringend davor, in Boards mit Intels 845-Chipsatz AGP-Karten für 3,3 Volt Spannungsversorgung einzusetzen. Wer das nicht beachtet, riskiert nach unseren Recherchen einen Brand im PC.

Das jetzt von Epox auf den Tisch gebrachte Problem ist eigentlich schon altbekannt. Intels 845 unterstützt laut seinem hier zu findenden "Design Guide" ausschließlich AGP-Karten mit 1,5 Volt. Dort steht auf Seite 21 zu lesen: "AGP 1.5 V Connector support only. No support for 3.3 V or Universal AGP connectors."

Damit ist klar, dass nur der unten abgebildete Steckplatz für 1,5-Volt-Karten auf den Boards verbaut werden soll. Das allein hilft aber nicht: Viele ältere AGP-Karten für 3,3 Volt haben so genannte "Combo-Connectors", die mit zwei Aussparungen versehen sind. Mechanisch passen diese Karten in korrekt designte 845-Boards - nur eben nicht elektrisch.

AGP-Zoo: Diese Steckplätze gibt es - und der universelle ist tabu für 845-Boards.

Wie Intel auf Anfrage erklärte, kann von Rauchentwicklung am AGP-Steckplatz bis zum Abbrennen der Spannungswandler alles passieren, wenn eine 3,3-Volt-Karte in ein 845-Board gesteckt wird. Zu solchen Modellen, die auch in den 1,5-Volt-Slot passen, zählt beispielsweise die gut zwei Jahre alte Diamond Viper 770 mit TNT2-Chip. Auch viele andere TNT- und TNT2-Karten könnten sich als problematisch erweisen.

Neben solchen Grafikkarten ist auch vor 845-Mainboards zu warnen, die einen Universal Connector aufweisen: Selbst wenn die AGP-Karte korrekt kodiert ist, passt sie dort hinein und kann zu den beschriebenen Problemen führen.

Ein Workaround per BIOS wäre möglich, wenn das Board die Spannungsanforderung der Karte schnell erkennt, und dann beispielsweise mit einem neuen Piepton (POST) davor warnt - oder das Booten verweigert. Eine Unterscheidung der Karten ist auch denkbar, indem das BIOS Spannungsanforderung und AGP-Modus vergleicht: Alle 1,5-Volt-Karten beherrschen auch AGP4x.

Grafikkarten- und Board-Hersteller sind auf Grund der mechanischen, aber nicht elektrischen Kompatibilität der Produkte jedoch gleichermaßen gefordert, Positiv- und Negativ-Listen zu erstellen. (nie)