E Ink: Dünnstes flexibles Display mit 0,3 mm

Zwei Display-Prototypen hat das für die Entwicklung von Displays mit elektronischer Tinte bekannte Unternehmen E Ink gezeigt. Die Displays sind flexibel und nur 0,3 Millimeter dünn, was nach Angaben des Unternehmens weltweit einzigartig ist.

Die Electronic Ink-Schicht ist bei beiden gezeigten Prototypen auf ein Metallfolien-Substrat als Transistor-Grundlage laminiert. Die "Tinte" selbst ist auf eine Plastikschicht aufgebracht. Die beiden verbundenen Lagen haben im Vergleich zu herkömmlichen Aktive-Matrix-Displays, die etwa zwei Millimeter dick sind, nicht nur Vorteile in den Abmessungen. Die Metallfolie mache die Displays auch flexibel, was den am häufigsten zu beobachtenden Defekt bei gängigen Displays ausschließe, den Bruch des Glas-Substrats.

Schmalhans von E Ink: Das Active-Matrix-Display mit Elekctronic-Ink-Technologie ist nur 0,3 Millimeter dünn.

E Ink glaubt sich auch den konkurrierenden Forschungen für flexible Displays überlegen, die mit speziellem Glas oder organischen Materialien arbeiten. Der Grund dafür: E Ink verwende mit der Metallfolie als Transistorenschicht ein gängiges Substratmaterial und könne bereits eingeführte Halbleitertechnologien zur Fertigung verwenden.

Der geringe Energieverbrauch ist für E Ink ein weiterer Vorteil. Nach Angaben des Unternehmens verbraucht ein monochromes Fünf-Zoll-Display mit elektronischer Tinte rund 0,7 mW bei einem Refresh im Zehn-Sekunden-Rhythmus.

Die elektronische Tinte besteht aus Millionen von Kügelchen, die in etwa den Durchmesser eines menschlichen Haares aufweisen und in einer flüssigen Schicht gelagert sind. Die Kügelchen sind auf einer Seite mit einem positiv geladenen schwarzen Pigment und auf der anderen Seite mit einem negativ geladenen weißen Pigment versehen. Je nach Ladung der Transistorebene ist die schwarze oder die weiße Seite zu sehen, wodurch die grafische Darstellung von Text und Bildern möglich wird.

Das kleinere der vorgestellten Displays misst 1,6 Zoll in der Diagonale und kann 80 Pixel pro Inch (ppi) bei einer Auflösung von 100 x 80 Pixel darstellen. Zielgebiet sind Handys und Smartcards. Der zweite Prototyp ist mit drei Zoll Diagonale für PDAs gedacht (240 x 160 Pixel bei 96 ppi). Durch die biegsamen Displays sind nach Meinung von E Ink auch neuartige Geräte mit gebogener Oberfläche möglich.

Das Unternehmen E Ink haben Mitarbeiter des MIT gegründet. Sie wollen die Technologie bis zur Fertigungsreife vorantreiben und dann an Halbleiterhersteller lizenzieren. Mit fertigen Produkten wäre dann im Jahr 2004 zu rechnen. Allerdings hat E Ink schon des Öfteren Prototypen gezeigt, wir berichteten, und die Marktreife angekündigt. (uba)