Steuerfreie Vorteile für Mitarbeiter

Die wichtigsten Alternativen zur Gehaltserhöhung

Sachzuwendungen auf Prepaid-Kreditkarten, Smartphones, Kita- und Gesundheitszuschüsse: Unternehmen können Mitarbeiter vielfältig belohnen, ohne das Gehalt zu erhöhen. Das ist für beide vorteilhaft.

"Gehaltserhöhung" klingt nicht nur nach mehr Geld auf dem Konto, sondern auch nach Anerkennung der Leistung. Dabei ist mehr Bruttolohn nicht immer das Beste, was Mitarbeiter und Unternehmen passieren kann. Die kalte Progression, die Steigerung der Abgabenlast, macht dem Arbeitnehmer zu schaffen: Sie sorgt dafür, dass auf das Gehalt mehr Abgaben fällig sind - und unter Umständen hat ein Arbeitnehmer nach einer Gehaltserhöhung hinterher sogar weniger in der Tasche als vorher.

Dienstwagen und Smartphone

Abgesehen von der gestiegenen Abgabenlast rechnet sich eine Gehaltserhöhung bei kleineren Beträgen nicht sonderlich: "Wenn ein Unternehmen einem Mitarbeiter eine 100-Euro-Gehaltserhöhung bietet, dann muss der Arbeitgeber 120 Euro zahlen, und beim Arbeitnehmer kommen nur 50 Euro an", rechnet Dennis Meurer von Investwerk vor, das Unternehmen in Sachen Vergütungssystemen berät. 70 Euro gehen an den Staat.

Es gibt Alternativen zur Gehaltserhöhung, die sich für beide Seiten rechnen. Auf Ersatz- oder Nebenleistungen fallen häufig keine oder nur geringe Steuern an. Zudem binden diese den Mitarbeiter fester an das Unternehmen. "Es gibt etwa 15 verschiedene Bausteine, die man nutzen kann, um das Vergütungssystem zu optimieren", sagt Meurer. Wer sie kombiniert, bekommt ein Bündel mit einer ordentlichen Wirkung. "Im Schnitt sind 200 bis 300 Euro pro Monat drin", sagt Meurer.

Da wäre natürlich der altbekannte Dienstwagen, der bei Mitarbeitern immer noch sehr beliebt ist. Aber gerade bei Jüngeren ist ein Firmenwagen nicht mehr ganz so gern gesehen wie früher, wie in einer Studie herauskam. Das heißt aber nicht, dass ein Angestellter auf Vorteile verzichten muss, nur weil er sich gegen einen Dienstwagen entscheidet. Ein Dienstrad zu wählen ist eine gute Alternative, schlägt Meurer vor. Anders als beim Dienstwagen ist die Nutzung des Dienstrads stets uneingeschränkt möglich, ohne dass Zusatzverträge geschlossen werden.

In Mode sind auch Zuwendungen wie Smartphones oder Zuschüsse dafür. Die Möglichkeiten sind, abgesehen von einem Dienst-Smartphone, vielfältig. "Ein Mitarbeiter kann über die Firma ein Smartphone leasen, genauso wie einen Firmenwagen", sagt Meurer. Schenken darf das Unternehmen dem Angestellten natürlich nichts - das wäre sonst ein geldwerter Vorteil, für den Steuern fällig wären -, aber ein "Überlassungsvertrag" ist eine Möglichkeit, dem Angestellten günstig neues Equipment zur Verfügung zu stellen.

Privat nutzen ist kein Problem

Mit einem solchen Leasingvertrag ist die Privatnutzung uneingeschränkt möglich. Darin sei aber auch geregelt, dass der Mitarbeiter für Reparatur, Diebstahl und Weiteres selbst aufkommen müsse, denn das Unternehmen selbst lease nur, sagt Meurer: "Ist der Leasingvertrag nach zwei Jahren abgelaufen, kann der Mitarbeiter das Gerät kaufen." Meist muss er das sogar, wenn die Firma keine alten Handys mehr im Bestand haben möchte. Insgesamt sind dann aber nur etwa zehn Prozent des ursprünglichen Wertes fällig.

Nicht nur für das Gerät selbst kann der Arbeitgeber finanziell aufkommen: "Sogar die Handyrechnung kann ein Unternehmen subventionieren", sagt Meurer. Die Rechnung bezahlt der Mitarbeiter selbst, bekommt dafür aber Geld von seinem Arbeitgeber überwiesen. Der Betrag ist allerdings nicht steuer- oder sozialabgabenpflichtig.