Daten zur Marktentwicklung von Rich-Media-Conferencing in Europa

Europa – der schlafende Konferenz-Gigant

Viele Carrier und Serviceprovider bieten das Zusammenschalten von Teilnehmern in einer Audio-, Video- oder Webkonferenz als Dienstleistung an. Die amerikanische Beratungs- und Marktforschungsfirma Wainhouse Research hat über 50 der in Europa aktiven Konferenz-Serviceprovider befragt, welche Umsätze sie 2001 erzielten und wie viele Minuten an Konferenzverbindungen sie im vergangenen Jahr verkauften. Eine ähnliche Recherche wurde in Nordamerika durchgeführt. Das erstaunliche Ergebnis: Der europäische Markt hatte im vergangenen Jahr ein Volumen von nur 329 Millionen Euro, während in Nordamerika etwa 3 Milliarden Euro mit Conferencing-Services umgesetzt wurden.

Umsätze mit Conferencing-Diensten in Europa (2001)

Firmen von der britischen Insel gaben 2001 deutlich mehr Geld für Conferencing-Dienste aus als ihre Pendants in den anderen europäischen Ländern.

Diese Zahlen spiegeln das brachliegende Potenzial im europäischen Konferenzmarkt wider. Zugleich sind sie ein Indiz dafür, dass Firmen in Europa Audio-, Video- und Webkonferenzen noch nicht im selben Maße wie US-Unternehmen als Mittel betrachten, die interne und externe Kommunikation zu verbessern.

Mit 88 Prozent Anteil waren Audiokonferenzen in Europa im vergangenen Jahr eindeutig der wichtigste Umsatzträger unter den Konferenzdienstleistungen. Webkonferenzen stehen in Europa noch am Anfang. Auf diesen Bereich entfielen 2 Prozent des Umsatzes oder umgerechnet 6,6 Millionen Euro. Am schnellsten wachsen derzeit spontane, automatisierte Audiokonferenzen ohne Operator und Reservierung.

Den größten Umsatz in Europa verbuchten die Anbieter von Rich-Media-Konferenzdiensten im letzten Jahr mit 180 Millionen Euro in Großbritannien. Erst auf Platz drei folgte Deutschland mit rund 40 Millionen Euro. Die Dominanz des Vereinigten Königreichs ist darauf zurückzuführen, dass dort mehr Firmen ihren Sitz haben, die international aktiv sind als beispielsweise in Frankreich oder der Bundesrepublik.

Bis 2006, so Wainhouse Research, wird das Geschäft mit Conferencing-Diensten weltweit auf 9,8 Milliarden Dollar anwachsen. Im Jahr 2000 setzten die Anbieter 2,8 Milliarden Dollar um. Noch ein Blick auf den Videokonferenzmarkt: Frost & Sullivan hat errechnet, dass der weltweite Umsatz in diesem Segment 2001 rund 590 Millionen Dollar betrug. Bis 2008 erwarten die Marktforscher einen Anstieg auf 2,5 Milliarden Dollar. (re)