Computex: Intels erster DDR-Chipsatz ist fertig

Auf der am Freitag in Taipei beendeten Computex war gut versteckt auch Intels erster DDR-Chipsatz zu sehen. Das unter dem Codenamen "Brookdale-DDR" entwickelte Produkt für den Pentium 4 soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.

DDR-Chipsätze waren der stärkste Trend auf der Computex 2001 im taiwanesischen Taipei. Bisher sahen Intels Roadmaps immer vor, den ersten eigenen Chipsatz für DDR-Speicher erst 2002 auf den Markt zu bringen. Wie auf der Messe aber zu hören war, hat Intel den "Brookdale-DDR" jetzt vorgezogen.

Gestützt wird dieses Gerücht durch die Tatsache, dass auf der Computex auch schon erste Boards mit dem Brookdale-DDR, einer weiteren Version des 845, zu sehen waren. Dabei handelte es sich zwar noch um Prototypen, nach Angaben der Hersteller sind diese aber bereits funktionsfähig.

Abkehr vom Rambus: Eines der ersten Boards mit der DDR-Version des 845. Rechts unten die Speicherslots.

Dass Intel den Chipsatz noch nicht auf den Markt bringt, begründeten die Mainboard-Macher mit den DDR-Spezifikationen. Dem Halbleiter-Marktführer Intel seien die zu ungenau, und man wolle erst noch kräftig nachbessern. In der Tat fiel auch in unseren Tests die junge DDR-Technologie noch durch Kinderkrankheiten auf.

Wie lange sich Intel für das Verfeinern der DDR-Specs noch Zeit lassen kann, hat die Firma zum Teil selbst in der Hand. VIAs P4X266 kann kaum auf den Markt kommen, wenn Intel noch wegen der fehlenden Lizenz für den P4-Bus klagt. Außerdem würde Intel mit einem DDR-Chipsatz für den Pentium 4 auch eingestehen, dass es eine vernünftigere Speicher-Technologie als den bisher favorisierten Rambus gibt. Wie das oben abgebildete DDR-Board belegt, liegt es bei Intel also einmal mehr nicht am technischen Können, sondern nur am Wollen. (nie)