Computex: Erste Benchmarks mit Serial ATA

Serial ATA ist einer der Trends der Computex. Nahezu alle Hersteller von Mainboards und Controller-Karten haben Produkte mit den dünnen Strippen im Programm. Einer ließ sogar Benchmarks mit Prototypen zu.

Serial ATA soll bis Ende 2003 das parallele ATA vollkommen ersetzen. Der Nutzen liegt in einfacherer und weniger fehleranfälliger Verkabelung. Die Details der neuen Technologie sind diesem Report zu entnehmen.

In Taipei integrieren Mainboard-Hersteller gerne externe Chips von Promise oder Highpoint für S-ATA auf ihren Produkten. An Southbridges mit S-ATA mangelt es derzeit noch. Mit einem Promise-Chip war folglich auch unser Testsystem ausgestattet. Es arbeitete mit einem KT-400-Chipsatz von VIA, die Taktfrequenz der CPU war nicht zu ermitteln, sie spielt für Festplattentests auch eine untergeordnete Rolle. Gemessen wurde die S-ATA-Festplatte unter Windows XP mit tecBench.

Prototyp: Maxtors erstes S-ATA-Modell.

Die Details der Festplatte müssen wir an dieser Stelle leider verschweigen, es handelte sich aber um einen Prototypen von Maxtor. Die Festplatte erreicht mit 25,74 MByte/s maximaler sequenzieller Datentransferrate nur einen recht mageren Wert. Aktuelle Maxtor-IDE-Festplatten schaffen derzeit zirka 40 MByte/s, mehr dazu in diesem Test. Auch die 67,63 MByte Burst-Transferrate der Prototypen-Festplatte enttäuschen. Gute ATA-133-Controller kommen auf Bursts von bis zu 117 MByte/s. Viel mehr ist auch nicht möglich, da der PCI-Bus damit an seine Grenzen stößt.

Schwach: Die Performance der Vorserien-Geräte lässt zu wünschen übrig.

Am Dienstag (Ortszeit) ließ sich nicht abschließend klären, ob die vermessene Lösung mit nativem S-ATA arbeitet oder ob sowohl auf der Festplatte als auch dem Mainboard Umsetzer von parallelem nach seriellem ATA zum Einsatz kam. Die Messungen waren jedoch reproduzierbar, zeitfressende XP-Tasks oder andere Anwendungen liefen nicht auf dem getesteten System.

Sollten wirklich Umsetzer im Spiel gewesen sein, so ist die schlechte Performance vielleicht damit zu erklären. Zudem handelt es sich noch um echte Prototypen.

Wie berichtet, waren an einem anderen Stand immerhin schon S-ATA-Lösungen von Promise zu sehen, die stundenlang stabil liefen. Und zumindest das scheint für die Markteinführung im dritten Quartal gesichert. (nie)