Computex: ATIs Radeon 9000 in Aktion

In den Hinterzimmern der Computex versteckt sich so manches noch nicht offiziell angekündigte Produkt. Auch ATIs nächste High-End-Grafikkarte berechnet in Taipei schon fleißig Polygone.

Quellenangaben zufolge erfolgte das "Tape-Out", also die erste produktionsfähige Vorlage des Chips "R300", erst vor drei Wochen. Auf der Computex läuft die frühe Version von ATIs neuem Grafikchip zumindest mit 3DMark2001 schon fehlerlos.

Er läuft: Hinter dem neuen Kühlkörper steckt der R300, die Karte wird Radeon9000 heißen.

Die Karte, die vermutlich Ende Juli als "Radeon9000" auf den Markt kommen wird, zeigte mit dem Demo-Modus des Benchmarks keinerlei Polygon- oder Textur-Fehler. Einen Testlauf mit Ergebnis wollte der Aussteller aber nicht zulassen. Von anderer Seite wurde aber behauptet, dass der Radeon9000 den GeForce4Ti in manchen Benchmarks knapp schlagen könnte - bei anderen sei er langsamer.

Er scheint auf jeden Fall weniger Strom zu verbrauchen als NVIDIAs Flaggschiff. Auch unter Last wurde die Karte auf der Rückseite nicht wirklich heiß, an einer GeForce4Ti-4600 kann man sich schon mal die Finger verbrennen. Das deckt sich auch mit Erfahrungen bei bisherigen ATI-Chips, wie unsere Messungen zeigen.

Auch der Lüfter auf ATIs Prototyp ist deutlich leiser als NVIDIAs Referenzdesign. Auf der Rückseite der Grafikkarte war das Modell eindeutig als "Engineering Sample" von ATI beschriftet. Bestückt war das Board mit 128 MByte DDR-SDRAM unbekannter Taktfrequenz, das in BGA-Gehäusen steckte.

Dennoch ist von den zahlreichen NVIDIA-treuen Grafikkartenherstellern wenig Begeisterung für den neuen ATI-Chip zu ernten. Der Marktführer hat seine Kunden sehr fest im Griff, wie auch ein Report in der nächsten Ausgabe des tecCHANNEL-Magazins zeigt, das ab 1. Juli am Kiosk liegen wird. Zusätzliche Informationen liefert unser Test Grafikkarten im Vergleich. (nie)