Computex: AMD schwingt den Vierfach-Hammer

In Taipei hat AMD am heutigen Montag erstmals ein System mit vier Hammer-CPUs (Opteron) gezeigt. Auch für die Single-Prozessor-Variante ist auf der Computex breite Unterstützung zu finden.

Das Demo-System lief unter Linux und diente als Webserver. Es basiert auf dem schon mehrfach gezeigten "Melody"-Mainboard von AMD - mit einem wichtigen Unterschied: In der Computex-Maschine steckten zwei der CPU-Karten namens "Harmony". Jedes dieser Module kann zwei Opterons aufnehmen.

Opteron-Kühlschrank: In diesem schicken Case ticken vier Hammer-CPUs.

Die stets verschlossene Maschine war laut AMD mit 2 GByte DDR-Speicher (PC2100) bestückt. Die I/O-Funktionen steuerte AMDs 8000-Chipsatz, die Opterons kommunizierten direkt über ihre Hypertransport-Busse. Wie das funktioniert, ist unserem Hammer-Report zu entnehmen. Bis zu acht Opterons will AMD auf diese Weise vernetzen.

Performance-Abschätzungen ließ AMDs Demonstration nicht zu. Einzig die Cache-Größen stehen jetzt fest. Je 64 KByte für Befehle und Daten sind vorgesehen, der L2-Cache auf dem Die soll bis zu 1 MByte groß sein - die Xeons mit ihren variablen Cache-Grössen lassen hier grüßen.

Opteron-Linux: AMDs erster 64-Bit-Webserver.

Warum sich AMD mit technischen Details und Leistungsangaben noch so bedeckt hält, erklärte Vize-Präsident Richard Heye (Platform Engineering & Infrastructure) anschließend im Gespräch mit tecCHANNEL. AMD arbeitet laut Heye derzeit noch an der maximal erreichbaren Taktfrequenz und will den Markt nicht durch vorschnelle Angaben enttäuschen. Mit wie vielen MHz der Opteron zum Start antritt, ist also noch nicht sicher. Für den Desktop-Prozessor "Clawhammer", der unter dem Markennamen Athlon als Single-CPU-Lösung erscheinen wird, munkelt man ja schon geraume Zeit von einer Model Number von 3400+ und einem realen Takt von 2,2 GHz.

Wenig Änderungen: Das VIA-Board für den Clawhammer braucht neue Kühler, ist sonst aber eine gewohnte Desktop-Lösung.

Für diese CPU sind auf der Computex auch schon etliche Motherboards zu sehen. Asus, FIC, MSI und Gigabyte seien hier nur stellvertretend genannt. Die passenden Chipsätze kommen von AMD (8000-Serie), Ali (M1687), NVIDIA (nForce2), SiS (755) und VIA (K8-Serie). Damit hätte der Clawhammer zum Marktstart Ende 2002 den breitesten Chipsatz-Support, den je ein Desktop-Prozessor bei seiner Einführung erhalten hat. (nie)