Comdex: Transmeta zeigt Crusoe mit 1 GHz

Transmeta-Gründer David Ditzel zeigte sich ein Jahr nach dem Verkaufsstart des ersten Crusoe-Notebooks trotz Umsatzproblemen zufrieden. Im Gespräch mit tecChannel.de gab er einen Überblick aktueller und künftiger Produkte. Zu sehen war auch der erste 1-GHz-Crusoe.

Abseits der Comdex-Messehallen zeigt Transmeta in eigens angemieteten Hotel-Suiten die Bandbreite aktueller Produkte mit Crusoe-Prozessoren. Zu sehen gab es vor allem Notebooks, die mit der Transmeta-CPU ausgestattet sind. Dabei handelt es sich aber bis auf Sonys VAIO C1 fast ausschließlich um Modelle, die nur in den USA und Japan erhältlich sind.

Erfolgreich: Toshibas Libretto mit Crusoe TM5600 ist laut Transmeta das meistverkaufte Notebook Japans.

In Japan seien Crusoe-basierte Notebooks bereits die Nummer 1 und 2 bei den Verkaufszahlen, vermeldete David Ditzel sichtlich stolz. Top-Seller sind demnach die Mini-Notebooks Toshiba Libretto sowie Sonys C1. Die Ultra-Mobiles haben in Japan eine jährliche Wachstumsrate von 74,3 Prozent. Zum Vergleich: In den USA wächst dieses Segment nur um 11,7 Prozent, in Europa immerhin um 59,4 Prozent.

Auch in Europa soll in den nächsten Monaten eine Reihe neuer Produkte mit Transmeta-Prozessoren erhältlich sein. Genauere Angaben, um welche Notebooks es sich handelt, machte Ditzel allerdings nicht.

Besonders bei Mini-Notebooks bieten Transmeta-CPUs Vorteile durch ihre hohe Integration. Bei der Crusoe-TM5000-Serie befinden sich Prozessor und Northbridge auf einem Die. Dies ist nicht nur Platz sparend, auch die Kosten für die Notebook-Hersteller werden geringer. Der vor wenigen Wochen auf dem Microprocessor Forum angekündigte Crusoe TM6000 verfügt zusätzlich noch über eine Southbridge sowie eine Grafikengine (wir berichteten). Mit diesem Konzept biete Transmeta im Ultra-Mobile-Segment schlagkräftige Vorteile gegenüber Intel-CPUs, so David Ditzel.

Auch für die kommende Generation von Tablet PCs sieht Ditzel die Crusoe-Prozessoren bestens gerüstet: Lange Akkulaufzeiten, niedrige Wärmeentwicklung, hohe Integration und niedrige Kosten seien die idealen Voraussetzungen für Bill Gates Mobile-Devices der Zukunft. Näheres zu den Tablet PCs finden Sie hier.

David Ditzel scheute auch nicht den Vergleich mit Intels Mobile-Pentium-III-Prozessoren. Allerdings müsse man Äpfel auch mit Äpfel vergleichen, gab er zu bedenken. Wie bereits auf dem Microprocessor Forum erläuterte Ditzel nochmals eindringlich, dass bei einem Vergleich der Leistungsaufnahme der Chipsatz sowie der Speicher mitzurechnen seien, wenn man fair bleiben wolle. Und hier schneidet die Crusoe-Lösung um den Faktor 2 besser ab.

Versteckt: Unter dem noppenförmigen Kühlkörper findet sich Transmetas erste 1-GHz-CPU.

Transmeta zeigte in seinem Showroom auch einen lauffähigen Crusoe TM5800 mit einer Taktfrequenz von 1 GHz. Dabei ließ man bei der Vorführung effektvoll über Messgeräte eine Kurve der aktuellen Leistungsaufnahme mitlaufen. Bei hoher CPU-Belastung pendelte sich der TM5800 bei ca. 4 Watt Verlustleistung ein. Dabei wollte ein Transmeta-Mitarbeiter unbedingt, dass wir den passiven Kühlkörper der CPU berühren. Der kleine Kühler wurde dabei tatsächlich nur handwarm.

Bescheiden: Laut Transmetas Messungen benötigt der Crusoe TM5800 mit 1 GHz Taktfrequenz bei Belastung nur ca. 4 Watt.

Im Leerlauf schaltet Transmetas LongRun-Technik von 1 GHz auf 400 MHz Taktfrequenz zurück. Die Core-Spannung reduziert sich auf 0,95 V. Den TDP-Wert des 1-GHz-Prozessors gibt Transmeta mit 7,5 Watt an. Als Vergleichswert wurden natürlich die 20,5 Watt TDP des Pentium-III-M mit 1 GHz genannt.

Transmeta will den Crusoe TM5800 mit 1 GHz Taktfrequenz voraussichtlich Anfang 2002 vorstellen. Nähere Informationen zur Architektur der CPU finden Sie hier. (cvi)