Comdex: Transmeta Astro - Banias-Killer

Die angeschlagene Prozessorschmiede Transmeta zeigte sich auf der Comdex zuversichtlich. Neben einigen neuen Kooperationen im Embedded- und Server-Bereich präsentierte Transmeta das erste lauffähige Silizium des TM 8000, der unter dem Namen Astro firmiert.

In einer abgedunkelten Kammer einer Hotel-Suite konnten wir abseits des Comdex-Messegeländes einen ersten Blick auf den neuesten Spross aus dem Hause Transmeta werfen. Der Astro soll die Nachfolge des TM5800 antreten, der bereits in zahlreichen Geräten, darunter auch Compaqs Tablet PC, mit bis zu 1 GHz verbaut wird (siehe Report Tablet PCs).

Transmeta inside: In Compaqs Tablet PC verrichtet ein Transmeta 5800 mit 1 GHz seinen Dienst.

Der Astro lief auf einer Entwickler-Plattform stabil unter Windows XP und spielte ein DVD-Video ruckelfrei ohne zusätzliche Hardware-Beschleunigung ab. Unter der Kontrolle der Code-Morphing-Software kann das System wie beim Vorgänger selbst entscheiden, wann wie viel Leistung gebraucht wird - und zwar abhängig von der Auslastung. Entsprechend wird der Takt der CPU dynamisch angepasst. In der Demonstration lief die CPU je nach Last mit 400 MHz und bis weit über 1 GHz.

PDA-Killer: Einen kompletten PC (hier aufgeklappt) mit Red Hat Linux, der kaum größer ist als ein PDA, kann man schon heute mit Embedded-Modulen auf Basis des Crusoe TM 5800 bauen.

Alles drin: Ohne Lüfter und kompakt verpackt hat NEC diesen All-in-one-PC mit Transmetas Crusoe entwickelt.

Transmeta hat das Hardware-Design und die Code-Morphing-Software komplett neu entwickelt. Die Zahl der Ausführungseinheiten hat man von vier auf acht verdoppelt. Über Cache-Größen, Leistungsaufnahme und Fertigungsprozess sowie die finale Taktfrequenz schweigt sich Transmeta noch aus. Positioniert ist der Astro damit klar gegen Intels Banias. Bis Herbst nächsten Jahres will Transmeta den Prozessor an Systemhersteller liefern.

Supercomputer: Der von den Los Alamos Labs aufgebaute Transmeta-Cluster soll sogar den Sprung in die Top-500-Liste der schnellsten Rechner der Welt schaffen und dabei besonders sparsam mit Energie umgehen.

Modular: Die Blade-Module enthalten ein komplettes System samt 2,5-Zoll-Festplatten.

Die Zahl der Hersteller, die den Crusoe einsetzen, ist in den letzten Wochen stattlich angestiegen, wodurch sich Transmeta wohl seine Zukunft vorerst gesichert hat. Neben diversen Notebooks von Fujitsu, Sony und Sharp waren von NEC ein smarter All-in-one-PC, Blade-Module für geclusterte Rack-Systeme sowie zahlreiche Embedded-Anwendungen zu sehen. Speziell Letztere sollen in Zukunft PCs im Formfaktor eines Handheld ermöglichen. (fkh)