Comdex: HomeRF als Funknetz für zu Hause

Das als Standard für die heimische Vernetzung per Funk entwickelte HomeRF-Konzept gewinnt zunehmend an Gesicht. Auf der COMDEX zeigte die Industrie erste einsatzfähige Lösungen.

Zu den Mitgliedern der HomeRF Working Group zählen so renommierte Firmen wie 3Com, Compaq, HP, Intel, Motorola, Siemens oder Xerox. Der gemeinsam entwickelte Standard SWAP (Shared Wireless Access Protocol) definiert Transferraten bis zehn MBit/s und soll die Interoperabilität zwischen den Geräten verschiedenster Hersteller sicherstellen. Gleichzeitig schließt er DECT (Digital European Cordless Telecommunications) mit ein, so dass sich neben Computern und Web-Appliances auch Telefone ins heimische Funknetz einklinken können. Die maximale Reichweite von 150 Fuß (rund 50 Meter) genügt für den Einsatz in den heimischen vier Wänden allemal.

Der iPaq Connection Point von Compaq bietet den heimischen Rechnern drahtlosen Web-Zugang und Schutz durch eine integrierte Firewall.

Zu den ausgereiftesten Lösungen, die auf der Comdex zu sehen waren, zählt das Anypoint Wireless Home Network von Intel. Die Produktsuite umfasst neben Funknetzadaptern für PCs und Notebooks auch einen Access Point, der im Funknetzwerk wie ein Hub arbeitet. Das System operiert mit einer Transferrate von 1,6 MBit/s und bietet Dial-up-Access ins Internet.

Ähnliche Fähigkeiten offeriert auch das AL200 Wireless Cable Modem von Motorola. Das nach DOCSIS-Standard operierende Gerät bietet den in Reichweite befindlichen Systemen Breitband-Web-Zugang sowie auch die gemeinsame Nutzung von Daten und Peripherie.

Während die HomeRF-Geräte die Zulassung der amerikanischen Kontrollbehörde FCC bereits relativ schmerzlos passiert haben, gestaltet sich die entsprechende Prozedur beim europäischen Pendant ETSI erfahrungsgemäß deutlich langwieriger. Dabei sorgt vor allem für Kritik, dass HomeRF im selben 2,4-GHz-Band operiert wie industrielle Funksysteme nach dem IEEE-802.11-Standard. Kenner der Materie warnen vor möglichen unerwünschten Wechselwirkungen, insbesondere hinsichtlich der in Europa deutlich enger gepackten Funk-Infrastruktur.

Weitere Informationen zum Thema bieten die Reports DECT: Die Alternative zu Bluetooth und Bluetooth: Der Kabelkiller. (jlu)