BorCon: Borland verbreitet Optimismus

Mit einem deutlichen Zeichen verabschiedete sich David Intersimone am Samstag zum Auftakt der Entwicklerkonferenz BorCon 2001 vom ungeliebten Firmennamen "Inprise".

Als Gorilla verkleidet zerschlug das langjährige Enfant Terrible bei Borland den alten Schriftzug, während der alte und neue Name "Borland" unter großem Beifall erstrahlte. Borland-CEO Dale Fuller verwies anschließend auf das aktuelle Flaggschiff-Produkt Delphi 6, das in Kombination mit Kylix unter Linux eine echte Cross-Plattform-Entwicklung erlaube: "Damit sind wir Microsoft um zwei Jahre voraus". Und weiter: "Unsere Kunden arbeiten lieber mit unserem ".NOW" als mit einem ".NET", das irgendwann kommt". Aus dem Publikum kamen verstärkt Fragen zur geänderten Preis- und Lizenzierungspolitik. Borland hatte in diesem Jahr die jährlichen Supportkosten für Interbase von 1000 auf 2000 US-Dollar verdoppelt.

Dale Fuller: Der Borland-Chef gibt sich kämpferisch.

Immerhin konnte ein Anwender dem aktuellen Preisschema auch eine positive Seite abgewinnen: "Unsere Kunden waren bisher unsicher, ob die eingesetzten Borland-Tools auch im nächsten Jahr noch verfügbar sein werden. Die höheren Preise sichern Borland und damit den Bestand unserer Entwicklungs-Umgebungen". Fuller versprach, das Geld weiterhin vorsichtig und nicht für unnötige Marketing-Maßnahmen auszugeben.

Als neues Produkt stellte man kurz "TeamSource" vor. Diese Umgebung unterstützt verteilte Entwicklerteams bei der Quelltextentwicklung und -verwaltung. Das erweiterbare System bietet eine Versionsverwaltung, sichere Datenübertragungen und ein Kommunikationstool. Zudem kann es über Firewall-Grenzen hinweg zum Einsatz kommen. (Jürgen Fey/nie)